Wie kann bzw. muss meine Arbeitszeit verringert werden?

Achtung: Die Verringerung Ihrer Arbeitszeit in Kurzarbeit ist eine Verpflichtung des Arbeitgebers gegenüber dem AMS und wirkt sich auf die Höhe der Förderung aus, die Ihr Arbeitgeber erhält.

Sie hat auf die Beschäftigten daher keine unmittelbare Auswirkung. Wird die vorgeschriebene Reduktion der Arbeitszeit schlussendlich nicht erfüllt, wird in Ihrem Betrieb also zu viel oder zu wenig gearbeitet, wird zwar möglicherweise ein Teil der Beihilfe vom Arbeitgeber zurückgefordert werden. Auf Ihre Kurzarbeitsvereinbarung hat das jedoch keine Auswirkung: Sie müssen also in keinem Fall Geld zurückzahlen bzw. Urlaub oder Zeitausgleich nehmen, um ein allfälliges „Minus“ auszugleichen.

In allen Phasen gilt: die unterstehende Bandbreite der Mindestarbeitszeit muss sich nur im Durchschnitt der gesamten Phase ergeben. Die Arbeitszeit kann in einzelnen Wochen daher auch problemlos auf Null reduziert werden.

Konkret bedeutet das:

Kurzarbeit Phase 6: Die Mindestarbeitszeit beträgt für alle Unternehmen 50%. Ein höherer Arbeitszeitausfall bedarf des Vorliegens besonderer Gründe, die in der schriftlichen Sozialpartnervereinbarung, Beilage 2, darzulegen sind. In Sonderfällen (insbesondere Betretungsverbot/Lockdown) kann die Mindestarbeitszeit auf im Durchschnitt 10% reduziert werden. Erfüllt Ihr Unternehmen diese Voraussetzung nicht, muss es gegebenenfalls Teile der Förderung an das AMS zurückzahlen. Für Sie als Arbeitnehmer oder Arbeitnehmerin hat dieser Umstand jedoch keinerlei Konsequenzen!

Kurzarbeit Phase 5: Je nach dem, für welches der zwei Modelle der Phase 5 sich Ihr Arbeitgeber entscheidet, verlangt das AMS für die Gewährung der Kurzarbeitsbeihilfe folgende Arbeitszeiten:

  • Im günstigeren Modell für von der Krise besonders getroffene Branchen gilt eine Mindesarbeitszeit (während der gesamten KUA-Phase) von 30%. Diese Mindestarbeitszeit kann bei Vorliegen besonderer wirtschaftlicher Gründe (insb. der unmittelbaren Betroffenheit von einem Lockdown-bedingten Betretungsverbot) bei entsprechender Zustimmung sogar auf 10% reduziert werden. In Sonderfällen duldet das AMS sogar in diesen Fällen eine zusätzliche Unterschreitung.
  • Im neuen, adaptierten Standard-Modell für alle anderen Branchen verlangt das AMS hingegen eine Mindestarbeitszeit (während der gesamten KUA-Phase) von 50%. Eine Unterschreitung dieser Mindestarbeitszeit muss Ihr Betrieb gegenüber dem AMS schriftlich begründen.

Kurzarbeit Phase 3 und Phase 4: Ab der Phase 3 mussten Ausfallstunden mindestens 20% und maximal 70% der Arbeitszeit vor Kurzarbeit beantragen. Das heißt: der Kurzarbeitsantrag Ihres Arbeitgebers wurde nur bewilligt, wenn die geplante durchschnittliche Arbeitszeit mind. 30 % und maximal 80% der Arbeitszeit vor Kurzarbeit betrug.

In Sonderfällen (z.B. Lockdown) konnte auch ein Antrag auf Kurzarbeit mit einer Arbeitszeitreduktion von bis zu 90% bewilligt werden, sofern aber die Sozialpartner dem Antrag zustimmten.

Kurzarbeit Phase 1 und 2: Im gesamten Zeitraum der Kurzarbeit (z.B. 3 Monate) musste mindestens im Ausmaß von 10% und durfte höchstens im Ausmaß von 90% gearbeitet werden. Diese Quote musste pro Durchrechnungszeitraum, also in der gesamten Kurzarbeits-Phase und nicht pro Monat erbracht werden. Zudem hatte es das AMS geduldet, bei Nichterreichen der Mindestbeschäftigungsbandbreite in Phase 1 ein entsprechend höheres Beschäftigungsausmaß in Phase 2 anzusetzen, um dies auszugleichen.

Dabei konnten auch längere Zeiträume mit einer Wochenarbeitszeit von 0 Stunden vereinbart werden. War dies der Fall, war in den darauf folgenden Wochen die Arbeitszeit entsprechend höher anzusetzen.

Ein Beispiel:

Ein Betrieb führt für 3 Monate (13 Wochen) Kurzarbeit ein. Davon ist auch eine Vollzeitkraft mit 38,5 Wochenstunden Normalarbeitszeit betroffen.

Die in Phase 1 und 2 erforderlichen 10 % von 38,5 Stunden sind 3,85 Stunden. Mit 13 Wochen multipliziert bedeutet das, dass die Vollzeitkraft im gesamten Zeitraum der Kurzarbeit mindestens 50,05 Stunden (also 50 Stunden und 3 Minuten) arbeiten muss.

Wann diese 50 Stunden und 3 Minuten erbracht werden, wird im Betrieb festgelegt und hängt natürlich von der weiteren Entwicklung der Pandemie ab.

Es wäre also möglich, in den ersten 11 Wochen gar nicht zu arbeiten. Die Vollzeitkraft bekäme dafür 80-90% ihres bisherigen Einkommens ersetzt, der Arbeitgeber hätte 11 Wochen lang gar keine Personalkosten.

In der 12. Woche könnte beispielsweise 11 Stunden und 33 Minuten gearbeitet werden, um in der letzten Woche wieder, wie gewohnt, 38,5 Stunden zu leisten.

Das Beispiel ist selbstverständlich auch auf die Phasen 3, 4 und 5 anwendbar. In diesem Fall ist jedoch von einer 30% (bzw. 50%) Mindestarbeitszeit auszugehen. Bei einer Vollzeitkraft mit 38,5 Wochenstunden wären dies im Durchschnitt mindestens 11,55 Wochenstunden bzw. 50,01 Stunden im Monat.