Muss ich vor der Kurzarbeit Urlaub und Zeitguthaben verbrauchen?

Die Richtlinie zur Corona-Kurzarbeit besagt, dass Alturlaube aus Vorjahren und offene Zeitausgleichsguthaben vor oder während der Kurzarbeit „tunlichst“ abzubauen sind. Sollte also der Arbeitgeber verlangen, Zeitausgleich oder Alturlaub abzubauen, sollten Sie dem grundsätzlich nachkommen, sofern nicht berücksichtigungswürdige Gründe dagegen sprechen.

Den Alturlaub zu verbrauchen, hat den Vorteil, dass in der Zeit des Urlaubs das volle Entgelt zusteht und nicht nur 80% bis 90%. Die Kurzarbeit sollte man nicht an der Frage des Urlaubsverbrauchs scheitern lassen. Dazu sind die Vorteile der Kurzarbeit viel zu bedeutend.

Diese Bestimmung wurde für die Phase 5 der Kurzarbeit nachgeschärft: Beträgt der beantragte Kurzarbeitszeitraum mehr als 1 Monat, müssen ArbeitnehmerInnen jedenfalls 1 Woche ihres Urlaubes zu konsumieren, bei mehr als 3 beantragten Kurzarbeits-Monaten 2 Wochen, bei mehr als 5 beantragten Kurzarbeits-Monaten 3 Wochen. Dies gilt nur soweit der/die ArbeitnehmerIn über ein entsprechendes Urlaubsguthaben verfügt (kein Urlaubsvorgriff).

Für Phase 3 und Phase 4 gilt: Für den Fall, das Alturlaube und Zeitguthaben bereits abgebaut wurden, sollen Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer/Lehrlinge tunlichst eine Woche ihres laufenden Urlaubes innerhalb des Kurzarbeitszeitraumes konsumieren, sofern sie über ein solches Urlaubsguthaben bzw. Zeitguthaben verfügen.

In Phase 2 gilt zusätzlich: Bei einer Verlängerung der Kurzarbeit über 3 Monate Gesamtlaufzeit hinaus sollen – erneut tunlichst – 3 Wochen des laufenden Urlaubs konsumiert werden, sofern ArbeitnehmerInnen über ein solches Guthaben noch verfügen. Dies gilt nur, soweit in der ersten Phase der Kurzarbeit Alturlaube und Zeitguthaben bereits abgebaut wurden.