Wie wirken sich Lohn/Gehaltserhöhungen in der Kurzarbeit aus?

Hier muss zwingend zwischen den einzelnen Phasen unterschieden werden:

Ab Phase 3 gilt: Die Grundsätze der Lohnverrechnung aus Phase 1 und 2 gelten auch für die Phase 3 und 4. Allerdings besteht ab Phase 3 in bestimmten Fällen zusätzlich das Recht auf eine Neuberechnung Ihrer monatlichen Nettoersatzrate (80/95/90%).

Diese muss immer dann neu bemessen werden, wenn Sie von einer kollektivvertraglichen Vorrückung, einem Biennalsprung, einer Umstufung oder einer jährlichen KV-Erhöhung betroffen sind, die sich ohne Kurzarbeit auf Ihr laufendes Entgelt auswirken würden. Das gilt ebenso für vergleichbare Entgeltregelungen allgemeiner Art, wie Mindestlohntarife, Satzungen und Betriebsvereinbarungen (Vertragsschablonen), aber nicht für (mit Ihrem Arbeitgeber) einzelvertraglich vereinbarte Erhöhungen.

Außerdem gilt:

Zu berücksichtigen sind nicht nur Erhöhungen des Entgelts, die sich während der Phase 3 oder 4 ergeben, sondern auch solche, die bereits vor Phase 3 eingetreten aber für die Nettoersatzrate bisher nicht berücksichtigt worden sind. Wurden z.B. die KV-Löhne ab 1.6.2020 erhöht, ist Ihre Nettoersatzrate unter Berücksichtigung Ihrer neuen Lohnhöhe ab 1.10.2020 neu zu berechnen. Eine Aufrollung früherer Monate (vor 1.10.2020) erfolgt jedoch nicht.

In Phase 1 und 2 gilt: Ihre monatliche Nettoersatzrate (80/85/90% des Einkommens vor Kurzarbeit) stellt das Mindestentgelt dar, das Ihnen in laufender Kurzarbeit bezahlt werden muss.

Dennoch müssen Sie im Ergebnis zumindest das Entgelt erhalten, das dem Wert Ihrer tatsächlich erbrachten Arbeitsleistungen entspricht.

Das bedeutet: Leisten Sie in Kurzarbeit etwa besonders viele Nachtdienste und haben Anspruch auf Nachtzulagen oder wird in der Kurzarbeit eine Gehaltserhöhung schlagend, die den Wert Ihrer Arbeitsstunden erhöht, kann es bei entsprechend hoher Anzahl von Arbeitsstunden sein, dass die Nettoersatzrate (80/85/90% Ihres bisherigen Entgelts)  zu niedrig ist, um die erbrachten Leistungen tatsächlich abzudecken. In diesem Fall muss Ihr Arbeitgeber die Differenz bezahlen.

Eine völlige Neuberechnung der monatlichen Nettoersatzrate (z.B. bei einer kollektivvertraglichen Umreihung, einem Biennalsprung oder einer Lohn- bzw. Gehaltserhöhung) ist in Phase 1 und 2 jedoch nicht vorgesehen.