Wie wirken sich Biennalsprünge oder (kollektiv-)vertragliche Lohn- /Gehaltserhöhungen in der Kurzarbeit aus?

Hier muss zwingend zwischen Phase 1 und Phase 2 unterschieden werden:

In Phase 1 gilt: Die vertraglich zugesicherte Nettoersatzrate stellt eine Pauschallohnvereinbarung dar, die auf Grundlage des Einkommens vor Kurzarbeit festgelegt wird. Damit werden alle anderen Entgeltvereinbarungen, die vor Kurzarbeit getroffen wurden, ersetzt. Möchten Sie, dass Ihr Arbeitgeber auch in der Kurzarbeit Ihre Biennalsprünge berücksichtigt oder Gehaltserhöhungen gewährt, muss dies ausdrücklich in der Kurzarbeitsvereinbarung (Sozialpartnervereinbarung) festgehalten werden.

In Phase 2 gilt: Ihre monatliche Nettoersatzrate (80/85/90% des Einkommens vor Kurzarbeit) stellt das Mindestentgelt dar, das Ihnen in laufender Kurzarbeit bezahlt werden muss. Dennoch muss monatlich jenes Entgelt zur Auszahlung gelangen, welches dem Wert Ihrer tatsächlich erbrachten Arbeitsleistungen entspricht. Das bedeutet: leisten Sie etwa besonders viele Nachtdienste und haben Anspruch auf Nachtzulagen oder wird in der Kurzarbeit eine Gehaltserhöhung schlagend, die den Wert Ihrer Arbeitsstunden erhöht, kann es bei entsprechend hoher Anzahl von Arbeitsstunden sein, dass die Nettoersatzrate nicht mehr ausreicht, um die erbrachten Leistungen abzudecken. In diesem Fall muss Ihr Arbeitgeber am Ende des Monats entsprechend aufzahlen.