Was gilt für Lehrlinge?

Auch Lehrlinge können in die Kurzarbeit miteinbezogen werden. Sie erhalten sogar die volle Lehrlingsentschädigung weiter ausbezahlt. Kommen Lehrlinge in laufender Kurzarbeit in ein höheres Lehrjahr oder legen Sie erfolgreich die Lehrabschlussprüfung ab, ist die Lehrlingsentschädigung bzw. der Lohn/das Gehalt auch in Kurzarbeit entsprechend zu erhöhen.

Ab Phase 3 gilt zusätzlich: Kurzarbeit für Lehrlinge ist nur dann möglich, wenn die Ausbildung sichergestellt ist. Dabei sind mindestens 50% der ausgefallenen Arbeitszeit über den gesamten Kurzarbeits-Zeitraum für ausbildungs- bzw berufsrelevante Maßnahmen zu nutzen.

Wurde die Arbeitszeit eines Lehrlings im Durchschnitt um mehr als 20% reduziert, ist vom Lehrbetrieb am Ende der Kurzarbeit in einem eigenen Durchführungsbericht darzulegen, welche konkreten Maßnahmen pro Lehrling und in welchem Ausmaß stattgefunden haben, um die Ausbildung sicherzustellen.

Werden diese Voraussetzungen nicht erfüllt, kann das AMS die gesamte Kurzarbeits-Förderung vom Lehrbetrieb zurückfordern.

Die Rahmenbedingungen für die Kurzarbeit wurden mehrmals geändert und angepasst. Seit 01.07.2021 gilt außerdem: Bis zu einem Monat vor der positiven Ablegung der Lehrabschlussprüfung muss mindestens die Hälfte der ausgefallenen Arbeitszeit für Aus- und Weiterbildung, z.B. für facheinschlägige Kurse, genützt werden. Ausgenommen davon sind Monate eines verordneten Betretungsverbots. Wegen Kurzarbeit ist keine zusätzliche Verlängerung der Lehrzeit zulässig.

Die Regelungen über die Reduktion der Ausbildungszeit wegen Kurzarbeit im Lehrbetrieb galten ursprünglich nur bis 31.8.2020, sie wurden nunmehr bis 30.06.2022 verlängert.