Gibt es ein Recht auf Maskenpausen?

Das ArbeitnehmerInnenschutzgesetz verpflichtet Ihren Arbeitgeber nicht nur zu einer allgemeinen Arbeitsplatzevaluierung. Die Belastung des Organismus durch den erhöhten Atemwiderstand beim Tragen von filtrierenden Atemschutzmasken (FFP-2 und FFP-3) ist vom Arbeitgeber im Rahmen der Arbeitsplatzevaluierung zu ermitteln, zu beurteilen und es sind dagegen Maßnahmen zu setzen (§ 4 ASchG).

Bei der Umsetzung dieser Maßnahmen sind die Grundsätze der Gefahrenverhütung anzuwenden und ist dementsprechend auch der Stand der Technik im Sinne von wissenschaftlichen Erkenntnissen zu berücksichtigen (§ 7 ASchG).

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) hat den aktuellen Stand der Arbeitswissenschaft in ihren Regeln zur Benutzung von Atemschutzgeräten abgebildet (Regel 112-190). Die DGUV gibt als Richtschnur für FFP2-Masken ohne Ausatemventil eine Tragedauer von maximal 75 Minuten mit einer Erholungsdauer von 30 Minuten an. Das sind Richtwerte, die bei der Evaluierung an den Arbeitsplatz angepasst werden müssen – und eventuell auch an den individuellen Gesundheitszustand. Im Einzelfall kann sich daraus also eine kürzere oder längere Tragedauer bzw. eine kürzere oder längere Maskenpause ergeben. Arbeitsmediziner:innen und Sicherheitsfachkräfte können dabei mit ihrer Expertise unterstützen.

Während der Erholungsdauer geht es darum, die Maske nicht zu tragen – es ist keine generelle Arbeitspause gemeint. Tätigkeiten, die ohne Maske durchgeführt werden können, sind daher weiterhin in der Erholungsdauer möglich.