Gibt es ein Recht auf Maskenpausen?

Sehr lange haben sich AK und die Gewerkschaften für entlastende Maßnahmen bei dauerhaftem Maskentragen eingesetzt, nun ist auf diesem Gebiet ein Durchbruch gelungen:

Mit dem neuen Generalkollektivvertrag zu „Corona-Testungen“ wurde endlich der Rechtsanspruch geschaffen, eine Maske (Mund- Nasen-Schutz und FFP 1/2/3) jedenfalls nach einer durchgehenden Tragezeit von höchstens 3 Stunden für zumindest 10 Minuten abzunehmen.

Damit ist keine unbezahlte Arbeitspause gemeint, sondern die Möglichkeit, alle drei Stunden innerhalb der (bezahlten) Arbeitszeit eine Tätigkeit ausüben zu dürfen, die ein Tragen der Maske nicht erfordert. Ist der Arbeitgeber nicht im Stande, eine solche Tätigkeit zuzuweisen, hat das keine Auswirkung auf diesen Rechtsanspruch: in diesem Fall darf man die eigene Tätigkeit kurz niederlegen, um die Maske abnehmen zu können.

Ich habe gelesen, dass Pausen vom Maskentragen auch nach kürzerer Tragedauer zustehen. Was gilt nun?

Schon bisher mussten Arbeitgeber beim Einsatz von FFP-Masken regelmäßige Pausen ermöglichen. Es gab jedoch keine eigene Rechtsvorschrift für Maskenpausen. Es ergab sich aus den Pflichten des Arbeitgebers im ArbeitnehmerInnenschutzrecht, solche Pausen bei der Arbeitseinteilung zu berücksichtigen. Grundlage für die maximale Tragezeit und Pausenlänge ist der aktuelle wissenschaftliche Stand, wie ihn etwa die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV im Anhang 2, Tabelle 32 wiedergibt: Bei FFP-Masken sind Tragepausen je nach Intensität der Tätigkeit und Raumtemperatur zu gewähren. Der neue Generalkollektivvertrag stellt nun ausdrücklich klar, dass es einen Rechtsanspruch auf Tragepausen bei FFP-Masken gibt – spätestens nach drei Stunden oder je nach Umständen auch früher. Er sieht nun auch einen eindeutigen Rechtsanspruch auf Maskenpausen beim Mund-Nasen-Schutz vor. Und der Kollektivvertrag stellt zugleich klar, dass günstigere Regelungen, die schon bisher in Betrieben gelebt wurden, nun nicht einseitig verschlechtert werden dürfen.