Mein Betrieb ist vom Lockdown betroffen. Bekomme ich einen Ersatz für entgangenes Trinkgeld?

Phase 5: ArbeitnehmerInnen in sogenannten „Trinkgeldbranchen“ verlieren bei Kurzarbeit nicht nur 10/15/20% ihres Einkommens, sondern zusätzlich Trinkgeld.

Als Trinkgeldbranchen gelten dabei: Beherbergung, Gastgewerbe, sonstiges Gesundheitswesen (Shiatsu), Friseur/Kosmetikstudios/Fußpflege, Massage- und Schlankheitsstudios sowie Tätowierungs- bzw. Piercingstudios.

Ab Dezember 2021 gilt einheitlich: Betriebe dieser Branchen, die von Kurzarbeit betroffen sind, erhalten eine um 5% erhöhte Förderung. Diese Förderung muss den von Kurzarbeit betroffenen ArbeitnehmerIn in weiterer Folge in Form eines um 5% höheren Kurzarbeits-Entgelts ausbezahlt werden. Die Trinkgeld-Option ist für sämtliche Betriebe der betroffenen Branchen verpflichtend!

Die Regelung muss bei sämtlichen ArbeitnehmerInnen, die in einem derartigen Betrieb von Kurzarbeit betroffen sind, umgesetzt werden, unabhängig davon, ob auf Ihrer Lohnabrechnung üblicherweise eine „Trinkgeldpauschale“ aufscheint (daher auch für Köche und Köchinnen, Reinigungskräfte, Lehrlinge, Hilfskräfte etc.).

In Phase 4 galt zudem einheitlich: Jeder Betrieb, in dem üblicherweise ein Trinkgeld gewährt wird, der unmittelbar von einem Lockdown auf Grund der COVID-19-Schutzmaßnahmenverordnung betroffen war und sich in Kurzarbeit befand, konnte auf freiwilliger Basis einen Trinkgeldersatz beim AMS beantragen.

Das betraf folgende Branchen: Beherbergung, Gastgewerbe, Heilmassage, Friseur/Kosmetikstudios, Massage- und Tätowierungs- bzw. Piercingstudios.

Arbeitgeber, die einen Trinkgeldersatz beim AMS beantragten, erhielten damit eine bis zu 5% höhere Förderung für ausgefallene Arbeitsstunden, während ihre Beschäftigen eine entsprechend höhere Entlohnung in Kurzarbeit bekommen mussten.

Generell gilt: Sollte sich Ihr Kurzarbeitsentgelt auf Grund anderer Bestimmungen erhöhen (z.B. einer kollektivvertraglichen Lohn-/Gehaltserhöhung), schmälert das die Option des Trinkgeldersatzes.

Beispiel: Eine KV-Erhöhung um 1,5% bedeutet, dass ein etwaiger Trinkgeldersatz nur im Ausmaß von maximal 3,5% beantragt werden kann.