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Infektion & Quarantäne

Stand: 18.11.2020

Auf Grund der steigenden Infektionszahlen besteht eine immer höher werdende Wahrscheinlichkeit, Kontakt mit einer infizierten Person zu haben und/oder sich selbst mit dem Coronavirus zu infizieren.

Was Sie in diesem Zusammenhang wissen sollten:

Dabei ist folgende Unterscheidung ganz wichtig:

  • Haben Sie bereits Krankheitssymptome, kontaktieren Sie unverzüglich Ihren Arzt. Sollte dieser der Meinung sein, dass Sie an Covid19 erkrankt sind, werden Sie in aller Regel krankgeschrieben. Ihr Arzt ist zudem verpflichtet, die Gesundheitsbehörde über Ihre Erkrankung zu informieren. Diese stellt Ihnen zusätzlich einen entsprechenden Quarantänebescheid aus. Der Krankenstand endet mit der behördlichen Absonderung.
  • Haben Sie zwar keine Symptome, besteht in Ihrem Fall aber ein hohes Infektionsrisiko, weil Sie zum Beispiel
    • für 15 Minuten oder länger in einer Entfernung von unter 2m Kontakt von Angesicht zu Angesicht mit einem bestätigten Fall hatten, oder
    • für 15 Minuten oder länger im selben Raum (Klassenzimmer, Besprechungsraum,…) mit einem bestätigten Fall in einer Entfernung von unter 2m waren, oder
    • unabhängig von der Entfernung mit hoher Wahrscheinlichkeit einer größeren Konzentration von Aerosolen eines bestätigten Falles ausgesetzt waren (z.B. Feiern, Sport in Innenräumen)

kontaktieren Sie bitte unverzüglich die Gesundheitshotline 1450.


Achtung: 1450 ist nicht die Gesundheitsbehörde. Es ist ein Callcenter, das anhand genauer Vorgaben des Gesundheitsministeriums feststellt, ob Sie als Corona-Verdachtsfall in Frage kommen. Ist das der Fall, werden Sie von 1450 direkt an die Gesundheitsbehörde weitergeleitet. Nur die Gesundheitsbehörde kann in weiterer Folge einen Quarantänebescheid erlassen und eine Testung anordnen, sollte sich der Verdacht auf eine Infektion erhärten. Der Quarantänebescheid kann auch mündlich durch die Gesundheitsbehörde erteilt werden. Die schriftliche Bestätigung müssen Sie innerhalb von 48 Stunden erhalten.

Ich habe Angst, mich angesteckt zu haben. Was soll ich tun?

Eine Empfehlung reicht in aller Regel nicht aus, um eine Dienstverhinderung zu begründen. Sollte Ihr Arzt der Meinung sein, dass Sie in Ihrem aktuellen Gesundheitszustand nicht arbeitsfähig sind, ist eine entsprechende Krankmeldung erforderlich.

1450 ist ein Callcenter und keine Behörde und kann deshalb auch keine rechtswirksamen Empfehlungen erteilen. Sollte ein entsprechender Coronaverdacht vorliegen, müssen Sie von 1450 an die Gesundheitsbehörde weitergeleitet werden, die einen Quarantänebescheid erlassen kann.

Wenn Sie keine Krankmeldung haben und auch nicht von der Gesundheitsbehörde mit Bescheid in Quarantäne abgesondert wurden, liegt keine Dienstverhinderung vor.

Dennoch raten wir Ihnen, auch derartige „Empfehlungen“ Ihrem Arbeitgeber mitzuteilen. Für den Fall, dass er sich aus seiner Fürsorgepflicht dazu entscheidet, eine kurzzeitige Dienstfreistellung auszusprechen, könnten Sie dennoch zu Hause bleiben und behalten für diese Zeit Ihren vollen Entgeltanspruch.

1450 oder mein Arzt empfehlen mir, vorerst zu Hause zu bleiben. Muss ich dennoch arbeiten gehen?

Versicherte von ÖGK (ArbeiterInnen, Angestellte) und BVAEB (EisenbahnerInnen, BeamtInnen) können sich für die Dauer der Coronakrise bei ÄrztInnen mit Kassenvertrag telefonisch krankmelden. Diese Möglichkeit wurde in den Sommermonaten auf Coronafälle beschränkt, ist aber jetzt wieder in vollem Umfang möglich. Dabei sollte auch gleich das Ende der Krankmeldung vereinbart werden. Vorgesehen ist, dass PatientInnen bis zu einer allenfalls behördlichen Absonderung arbeitsunfähig gemeldet werden können (=Krankenstand).

Wie melde ich mich krank, wenn ich nicht in die Arztpraxis kommen darf?

Die Krankenstandsbestätigung können Versicherte online unter www.meinesv.at abrufen. Sie finden das Service „Krankenstandsbestätigung“ unter „Krankheit und Unfall“. Die ÖGK kann auf Nachfrage auch eine Bestätigung an den/die DienstgeberIn schicken. Sollte das nötig sein, wenden Sie sich bitte an Ihre Kundenservicestelle. Den Kontakt finden Sie hier.

Wie komme ich bei der telefonischen Krankmeldung zu einer Krankenstandsbestätigung?

Stand: 15.11.2020

Als Eltern haben Sie bis zum 18. Lebensjahr des Kindes die gesetzliche Obsorge, die eine entsprechende Aufsichtspflicht enthält. Je älter ein Kind ist, desto weniger eng ist auch die Aufsichtspflicht. Diese orientiert sich aber nicht an einem konkreten Alter, sondern an der Entwicklung Ihres Kindes.  

Ist es Ihrem Kind nicht zumutbar, allein zu Hause zu bleiben und kommt auch sonst keine andere geeignete Betreuungsperson dafür in Frage, müssen Sie aufgrund Ihrer Aufsichtspflicht Ihr Kind zu Hause zu betreuen. Für eine verhältnismäßig kurze Zeit (in der Regel und eine Woche pro Anlassfall, in Ausnahmefällen auch länger) behalten Sie auch Ihren Anspruch auf Fortzahlung Ihres Entgelts.

Außerdem greift in Ihrem Fall möglicherweise das Instrument der „Sonderbetreuungszeit“. Lesen Sie hier weiter: Was ist Sonderbetreuungszeit und wie bekomme ich sie?

Mein Kind wurde als „Kontaktperson“ festgestellt und muss in Quarantäne. Darf ich nun zu Hause bleiben?

Stand: 18.11.2020

In letzter Zeit tritt dieses Problem wiederholt auf: es besteht Coronaverdacht, der Kindergarten schließt für einige Tage, eine Betreuung ist bis zum Vorliegen eines negativen Testergebnisses nicht möglich.

Wir können Sie beruhigen: es gibt arbeitsrechtliche Regelungen, die hier weiterhelfen können:

Lesen Sie hier weiter: Was ist Sonderbetreuungszeit und wie bekomme ich sie?

Auch wenn Sie keine Sonderbetreuungszeit in Anspruch nehmen können (aus rechtlichen Gründen oder, weil Sie den Anspruch bereits verbraucht haben) , gibt es keinen Grund zur Sorge: Wenn Sie plötzlich die Betreuungsmöglichkeit für Ihr Kind verlieren, weil der Kindergarten oder die Schule kurzfristig schließt, können Sie Ihr Kind zu Hause betreuen, wenn dafür keine andere geeignete Betreuungsperson (z.B. ein nicht berufstätiger Elternteil) in Frage kommt. Dann liegt nämlich eine unverschuldete Dienstverhinderung vor: Der Arbeitgeber bezahlt Ihr Entgelt weiter, wenn Ihre Abwesenheit verhältnismäßig kurz dauert. Dieser Anspruch gilt übrigens pro Anlassfall und nicht nur ein Mal pro Jahr: sollte der Kindergarten während der Wintermonate ein weiteres Mal schließen müssen, besteht der Anspruch auf Entgeltfortzahlung unter Umständen erneut. Gerne beraten wir Sie dazu persönlich!

Der Kindergarten meines Kindes schließt wegen Coronaverdachts. Darf ich zu Hause bleiben?

Ihr Arbeitgeber kann grundsätzlich keine Quarantänemaßnahmen verhängen. Das können nur die Gesundheitsbehörden (in Wien: MA15). Sehr wohl kann Ihr Arbeitgeber aus seiner Fürsorgepflicht heraus kurzzeitige Dienstfreistellungen aussprechen. Für deren Dauer muss er Ihr Entgelt weiterbezahlen.

Liegt in Ihrem Fall hingegen ein Infektionsverdacht vor, weil Sie zum Beispiel

  • für 15 Minuten oder länger in einer Entfernung von unter 2m Kontakt von Angesicht zu Angesicht mit einem bestätigten Fall hatten, oder
  • für 15 Minuten oder länger im selben Raum (Klassenzimmer, Besprechungsraum,…) mit einem bestätigten Fall in einer Entfernung von unter 2m waren, oder
  • unabhängig von der Entfernung mit hoher Wahrscheinlichkeit einer größeren Konzentration von Aerosolen eines bestätigten Falles ausgesetzt waren (z.B. Feiern, Sport in Innenräumen)

kontaktieren Sie bitte unverzüglich die Gesundheitshotline 1450.

In meinem Betrieb gibt es einen bestätigten Corona-Fall. Muss ich jetzt in Quarantäne?

Wenn Ihnen die Gesundheitsbehörde (nicht 1450!) telefonisch angeordnet hat, sich in Quarantäne zu begeben, ist die Absonderung grundsätzlich rechtswirksam. Ein diesbezüglicher Bescheid kann auch mündlich ergehen. Wichtig ist, dass Sie so rasch wie möglich eine schriftliche Ausfertigung des Bescheides bekommen. Das sollte in der Regel binnen 48 Stunden erfolgen, verzögert sich aber aufgrund der aktuellen Entwicklung in einigen Fällen.

Für Sie gilt: Bleiben Sie zu Hause und informieren Sie Ihren Arbeitgeber, dass Sie von der Gesundheitsbehörde abgesondert wurden. Selbst wenn Sie noch keinen schriftlichen Bescheid erhalten haben, setzen Sie damit kein Verhalten, das Ihren Arbeitgeber zu einer fristlosen Entlassung berechtigen würde. Sollten Sie krankgeschrieben sein, bleibt der Krankenstand bis zur behördlichen Absonderung aufrecht.

Ich bin zwar in Quarantäne, habe aber bisher keinen schriftlichen Bescheid erhalten. Was gilt für mich?

Wenn Ihnen die Gesundheitsbehörde (nicht 1450!) wegen Corona oder eines Verdachts auf Corona eine häusliche Quarantäne auferlegt wurde und Sie deshalb nicht arbeiten gehen können, steht Ihnen für die gesamte ausgefallene Arbeitszeit eine Entgeltfortzahlung zu, die Ihr Arbeitgeber leisten muss. Diese Entgeltfortzahlung wird dem Arbeitgeber zur Gänze vom Bund ersetzt.

Was passiert mit meinem Lohn oder Gehalt, wenn ich selbst in Quarantäne bin?

Hier ist zu unterscheiden:

  • Sind Sie in Quarantäne, weil Sie konkrete Krankheitssymptome haben, kontaktieren Sie vorerst Ihren Arzt, um festzustellen, ob Sie überhaupt arbeitsfähig sind. Sind Sie krank und arbeitsunfähig, dürfen Sie nicht arbeiten gehen und müssen sich schonen.
  • Sind Sie in Quarantäne, weil Sie als mögliche Kontaktperson identifiziert wurden, haben aber keine Krankheitssymptome, sind Sie grundsätzlich (noch) nicht arbeitsunfähig. Auch in diesen Fällen kann Ihr Arbeitgeber nicht einseitig Homeoffice anordnen. Allerdings sind bereits geltende Homeoffice-Vereinbarungen weiterhin aufrecht und kann auch eine neue Homeoffice-Vereinbarung, etwa für die Dauer Ihrer Quarantäne, mit Ihrem Arbeitgeber getroffen werden.

Achtung: Wenn Sie während der Quarantäne Symptome bekommen, ist kein Krankenstand möglich. Wir empfehlen eine ärztliche Bestätigung (Befund) zur Vorlage beim Arbeitgeber zu verlangen.

Muss ich von zu Hause aus arbeiten, wenn ich in Quarantäne bin?

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