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Infektion, impfen & Quarantäne

Stand: 21.06.2022

Auf Grund der aktuellen Infektionszahlen besteht die Gefahr, Kontakt mit einer infizierten Person zu haben und/oder sich selbst mit dem Coronavirus zu infizieren. In vielen Fällen kann das dazu führen, dass man in Quarantäne muss, was mit vielen arbeitsrechtlichen Fragen verbunden ist.


In diesem Zusammenhang sollten Sie außerdem noch wissen:

Zur Klarstellung: Bei den vielerorts medial kommunizierten „Quarantäneregeln“ handelt es sich um Empfehlungen des Gesundheitsministeriums an die Gesundheitsbehörden der Länder.

Diese Empfehlungen basieren auf Grundsätzen und Vorhaben der WHO (Weltgesundheitsorganisation) und des ECDC (Europäisches Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten).

  • Die aktuellen Empfehlungen zum Umgang mit Kontaktpersonen finden Sie hier.
  • Die Empfehlung zum Umgang mit positiv auf das Coronavirus getesteten Personen lautet: Antritt einer 10-tägigen Quarantäne.

Da es sich in all diesen Fällen um Empfehlungen des Bundes an die Länder handelt, sind für den tatsächlichen (und für Sie rechtlich bindenden) Umgang mit Kontaktpersonen und positiv getesteten Personen die lokalen Gesundheitsbehörden in den Bundesländern zuständig. Sie orientieren sich dabei natürlich primär an den oben genannten Empfehlungen, können in einzelnen Fällen jedoch davon abweichende Regelungen erlassen.

Informieren Sie sich daher jedenfalls zusätzlich auf den Internetseiten Ihrer lokalen Gesundheitsbehörde!

Wer muss aktuell wann in Quarantäne?

Zur Klarstellung: Wie schon im Falle der Verhängung einer Quarantäne, handelt es sich auch bei den vielerorts medial kommunizierten „Quarantäneregeln“ zur Entlassung aus der Quarantäne um Empfehlungen des Gesundheitsministeriums an die Gesundheitsbehörden der Länder.

Diese Empfehlungen basieren auf Grundsätzen und Vorhaben der WHO (Weltgesundheitsorganisation) und des ECDC (Europäisches Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten).

Sie können die aktuellsten Empfehlungen des Gesundheitsministeriums unter diesem Link abrufen.

Darin wird zwischen Personen mit (schweren bzw. leichten) und ohne Symptomen unterschieden:

  • Für Personen mit einem schweren Krankheitsverlauf (Sauerstoffbedürftigkeit) wird empfohlen, die Quarantäne frühestens 10 Tage nach Symptombeginn und (zusätzlich) erst bei Vorliegen eines negativen PCR-Tests zu beenden. Voraussetzung ist die Symptomfreiheit seit mindestens 48 Stunden.
  • Für Personen mit einem milden Krankheitsverlauf wird empfohlen, die Quarantäne bereits nach 5 Tagen nach dem ersten Symptombeginn ohne Freitestung zu beenden, wenn seit mindestens 48 Stunden Symptomfreiheit vorliegt. In diesem Fall muss jedoch bis zum 10. Tag bei jedem persönlichen Kontakt mit anderen Personen eine FFP2-Maske getragen werden.
    Alternativ wird empfohlen, die Quarantäne nach 5 Tagen nach dem ersten Symptombeginn zu beenden, sofern seit mindestens 48 Stunden Symptomfreiheit vorliegt und ein negatives PCR-Testergebnis vorliegt bzw. das Testergebnis zwar positiv ist, Ihr CT-Wert aber mindestens 30 beträgt. In diesem Fall wird das Tragen einer FFP2-Maske bis zum 10. Tag nicht ausdrücklich empfohlen.
  • Für Personen, die einen asymptomatischen Verlauf von COVID-19 haben, wird empfohlen, die Quarantäne nach 5 Tagen ab der ersten positiven Testung zu beenden. Nach dieser Empfehlung wäre eine Freitestung nicht erforderlich, allerdings muss bis zum 10. Tag bei jedem persönlichen Kontakt mit anderen Personen eine FFP2-Maske getragen werden.
    Alternativ wird empfohlen, die Quarantäne nach 5 Tagen ab der ersten positiven Testung zu beenden, wenn ein negatives PCR-Testergebnis vorliegt bzw. das Testergebnis zwar positiv ist, Ihr CT-Wert aber mindestens 30 beträgt. In diesem Fall wird das Tragen einer FFP2-Maske bis zum 10. Tag nicht ausdrücklich empfohlen.

Achtung: Da es sich in all diesen Fällen „nur“ um Empfehlungen des Bundes an die Länder handelt, sind für den tatsächlichen (und für Sie rechtlich bindenden) Umgang mit der Quarantäne die lokalen Gesundheitsbehörden in den Bundesländern zuständig. Diese orientieren sich dabei natürlich ebenfalls an den oben genannten Empfehlungen, können jedoch davon abweichende Regelungen erlassen. Einzelne Bundesländer haben bereits klargestellt, weiterhin auf strengere Quarantäneregeln zu setzen.

Informieren Sie sich daher jedenfalls zusätzlich auf den Internetseiten Ihrer lokalen Gesundheitsbehörde!

Wie lange dauert die Quarantäne – wann kann ich sie beenden?

Nein. Die Quarantäne ist eine behördliche Maßnahme, die von Ihrem Arbeitgeber nicht verkürzt werden kann.

Auf Grundlage der Empfehlungen des Gesundheitsministeriums zur Umgang mit Quarantäne-Regeln (siehe hier), die für die Länder nicht bindend sind, haben alle lokalen Gesundheitsbehörden die Umsetzung dieser Empfehlungen unterschiedlich vollzogen.

Informieren Sie sich daher jedenfalls zusätzlich auf den Internetseiten Ihrer lokalen Gesundheitsbehörde!

Für Sie gilt: Während der grundsätzlich für mindestens 10 Tage dauernden Quarantäne dürfen Sie Ihre Wohnung zu beruflichen Zwecken nicht verlassen. Der Quarantänebescheid wird daher ebenfalls für mindestens 10 Tage ausgestellt. Während dieser Zeit liegt eine rechtmäßige Dienstverhinderung vor, für die Sie Anspruch auf volle Entgeltfortzahlung von Ihrem Arbeitgeber haben. Diese Kosten werden Ihrem Arbeitgeber in weiterer Folge für die gesamte Dauer Ihrer Quarantäne aus Bundesmitteln rückerstattet.

Ermöglicht Ihre lokale Gesundheitsbehörde das Verlassen der Quarantäne nach 5 Tagen bei Vorliegen gewisser Voraussetzungen, muss hierfür jedenfalls absolute Symptomfreiheit vorliegen. Die vorzeitige Entlassung aus der Quarantäne ist daher ausschließlich an gesundheitliche Kriterien geknüpft, nicht jedoch an berufliche. Trotz der aktuellen Lockerungen der Quarantäneregeln gilt daher weiterhin der zwingende Grundsatz: Wer krank ist, darf nicht arbeiten gehen.

Ich bin in Quarantäne. Kann mich mein Chef auffordern, arbeiten zu gehen?

In der Regel ist der Testzeitpunkt frei wählbar. Wie bei üblichen Arztterminen, ist somit auch im Rahmen der freiwilligen Massentestung darauf zu achten, den Termin bestmöglich außerhalb der Arbeitszeit zu legen. Ist das nicht möglich, gehen wir auf Grund des enormen öffentlichen Interesses an der Testung davon aus, dass die Teilnahme an der Testung als „Dienstverhinderung aus wichtigen persönlichen Gründen“ zu werten ist. Sie bekommen Ihren Lohn/Ihr Gehalt weiter bezahlt und müssen in diesem Fall weder Urlaub noch Zeitausgleich konsumieren.

Ich gehe freiwillig testen. Zählen die Anfahrt zur Teststation und die freiwillige Testung selbst als Arbeitszeit?

Wie auch bei sonstigen Dienstverhinderungsgründen (etwa einer „freiwilligen“ Testung), sind Impftermine tunlichst in die Freizeit zu legen.

Allerdings erfolgt die Terminvergabe oftmals automatisiert bzw. sind Termine knapp, so dass eine Kollision mit der eigenen Arbeitszeit nicht vermeidbar ist. In diesem Fall liegt für die Dauer der Impfung oder Testung (inkl. Wegzeit) jedenfalls ein Grund für eine berechtigte Dienstverhinderung mit Anspruch auf Entgeltfortzahlung vor. Wichtig ist, dass Sie Ihren Arbeitgeber unverzüglich über Ihre kurze Abwesenheit informieren, sobald Ihr Impftermin feststeht.

Darf der Impftermin in meine Arbeitszeit fallen?

Dabei ist folgende Unterscheidung ganz wichtig:

  • Haben Sie bereits Krankheitssymptome, kontaktieren Sie unverzüglich 1450. Eine besonders medizinisch geschulte diplomierte Krankenpflegeperson berät Sie gleich am Telefon und gibt Ihnen eine passende Empfehlung.
  • Haben Sie zwar keine Symptome, besteht in Ihrem Fall aber ein hohes Infektionsrisiko, weil Sie zum Beispiel
    • für 15 Minuten oder länger in einer Entfernung von unter 2m Kontakt von Angesicht zu Angesicht mit einem bestätigten Fall hatten, oder
    • für 15 Minuten oder länger im selben Raum (Klassenzimmer, Besprechungsraum,…) mit einem bestätigten Fall in einer Entfernung von unter 2m waren, oder
    • unabhängig von der Entfernung mit hoher Wahrscheinlichkeit einer größeren Konzentration von Aerosolen eines bestätigten Falles ausgesetzt waren (z.B. Feiern, Sport in Innenräumen)

kontaktieren Sie bitte ebenfalls unverzüglich die Gesundheitshotline 1450. Unter diesem Link finden Sie die aktuellen Definitionen und Maßnahmen für „Kontaktpersonen“.


Achtung: 1450 ist nicht die Gesundheitsbehörde. Es ist ein Callcenter, das anhand genauer Vorgaben des Gesundheitsministeriums feststellt, ob Sie als Corona-Verdachtsfall in Frage kommen. Ist das der Fall, werden Sie von 1450 direkt an die Gesundheitsbehörde weitergeleitet. Nur die Gesundheitsbehörde kann in weiterer Folge einen Quarantänebescheid erlassen und eine Testung anordnen, sollte sich der Verdacht auf eine Infektion erhärten. Der Quarantänebescheid kann auch mündlich durch die Gesundheitsbehörde erteilt werden. Die schriftliche Bestätigung müssen Sie innerhalb von 48 Stunden erhalten.

Ich habe Angst, mich angesteckt zu haben. Was soll ich tun?

Eine Empfehlung reicht in aller Regel nicht aus, um eine Dienstverhinderung zu begründen. Sollte Ihr Arzt der Meinung sein, dass Sie in Ihrem aktuellen Gesundheitszustand nicht arbeitsfähig sind, ist eine entsprechende Krankmeldung erforderlich.

1450 ist ein Callcenter und keine Behörde und kann deshalb auch keine rechtswirksamen Empfehlungen erteilen. Sollte ein entsprechender Coronaverdacht vorliegen, müssen Sie von 1450 an die Gesundheitsbehörde weitergeleitet werden, die einen Quarantänebescheid erlassen kann.

Wenn Sie keine Krankmeldung haben und auch nicht von der Gesundheitsbehörde mit Bescheid in Quarantäne abgesondert wurden, liegt in der Regel keine Dienstverhinderung vor.

Dennoch raten wir Ihnen, auch derartige „Empfehlungen“ Ihrem Arbeitgeber mitzuteilen. Für den Fall, dass er sich aus seiner Fürsorgepflicht dazu entscheidet, eine kurzzeitige Dienstfreistellung auszusprechen, könnten Sie dennoch zu Hause bleiben und behalten für diese Zeit Ihren vollen Entgeltanspruch.

1450 oder mein Arzt empfehlen mir, vorerst zu Hause zu bleiben. Muss ich dennoch arbeiten gehen?

Die für die Dauer der Coronakrise eingeführte „telefonische Krankmeldung“ für Versicherte von ÖGK und BVAEB ist ab sofort wieder möglich.

Wie melde ich mich derzeit krank?

Ihr Arbeitgeber kann grundsätzlich keine Quarantänemaßnahmen verhängen. Das können nur die Gesundheitsbehörden (in Wien: MA15). Sehr wohl kann Ihr Arbeitgeber aus seiner Fürsorgepflicht heraus kurzzeitige Dienstfreistellungen aussprechen. Für deren Dauer muss er Ihr Entgelt weiterbezahlen.

Liegt in Ihrem Fall hingegen ein Infektionsverdacht vor, weil Sie zum Beispiel

  • für 15 Minuten oder länger in einer Entfernung von unter 2m Kontakt von Angesicht zu Angesicht mit einem bestätigten Fall hatten, oder
  • für 15 Minuten oder länger im selben Raum (Klassenzimmer, Besprechungsraum,…) mit einem bestätigten Fall in einer Entfernung von unter 2m waren, oder
  • unabhängig von der Entfernung mit hoher Wahrscheinlichkeit einer größeren Konzentration von Aerosolen eines bestätigten Falles ausgesetzt waren (z.B. Feiern, Sport in Innenräumen)

kontaktieren Sie bitte unverzüglich die Gesundheitshotline 1450. Unter diesem Link finden Sie die aktuellen Definitionen und Maßnahmen für „Kontaktpersonen“.

In meinem Betrieb gibt es einen bestätigten Corona-Fall. Muss ich jetzt in Quarantäne?

Dieser Fall tritt immer wieder aufgrund von Mutationen oder Clusterbildungen ein und führt dazu, dass ArbeitnehmerInnen ihren Arbeitsplatz nicht erreichen können.

Wenn Ihre Tätigkeit auch von zu Hause aus ausgeübt werden kann, können Sie sich mit Ihrem Arbeitgeber auf vorübergehendes Homeoffice einigen.

Wenn Sie sich nicht einigen können, bzw. Ihre Tätigkeit nicht für das Homeoffice geeignet ist, bekommen Sie auf Basis des Epidemiegesetzes dennoch Ihr volles Entgelt fortgezahlt. Ihr Arbeitgeber erhält für diese Fortzahlung einen entsprechenden Kostenersatz vom Bund.

Wichtig: Lesen Sie die Verordnung, mit der ein Gebiet unter Quarantäne gestellt wird, genau durch oder kontaktieren Sie Arbeiterkammer oder Gewerkschaft: In bestimmten Fällen werden berufliche Wege aus der Verordnung ausgenommen bzw. an die Vorlage eines negativen Testergebnisses geknüpft. Ist Ihnen das Erreichen des Arbeitsplatzes damit zumutbar, liegt grundsätzlich keine Dienstverhinderung vor.

Mein Wohnort oder mein Arbeitsort wurden unter Quarantäne gestellt und ich erreiche meinen Arbeitsplatz nicht. Bekomme ich weiterhin bezahlt?

Wenn Ihnen die Gesundheitsbehörde (nicht 1450!) telefonisch angeordnet hat, sich in Quarantäne zu begeben, ist die Absonderung grundsätzlich rechtswirksam. Auch ohne Anruf der Behörde können Sie sicher sein: Positive Testungen, die in öffentlichen Teststraßen durchgeführt bzw. von öffentlicher Hand betrieben werden (z.B. „Alles Gurgelt“) werden automatisch der örtlich zuständigen Gesundheitsbehörde gemeldet.

Ein Quarantäne-Bescheid kann auch mündlich ergehen. Wichtig ist, dass Sie so rasch wie möglich eine schriftliche Ausfertigung des Bescheides bekommen. Das sollte in der Regel binnen 48 Stunden erfolgen, verzögert sich aber aufgrund der aktuellen Entwicklung in bestimmten Fällen.

Für Sie gilt: Bleiben Sie zu Hause und informieren Sie Ihren Arbeitgeber, dass Sie von der Gesundheitsbehörde abgesondert bzw. positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Selbst wenn Sie noch keinen schriftlichen Bescheid erhalten haben, setzen Sie damit kein Verhalten, das Ihren Arbeitgeber zu einer fristlosen Entlassung berechtigen würde. Sollten Sie krankgeschrieben sein, bleibt der Krankenstand bis zur behördlichen Absonderung aufrecht.

Wichtig: Die Frist für Ihren Arbeitgeber, seinen Kostenersatzanspruch gegenüber der Behörde zu beantragen, beträgt 3 Monate ab dem Ende Ihrer Quarantäne!

Ich bin zwar in Quarantäne, habe aber bisher keinen schriftlichen Bescheid erhalten. Was gilt für mich?

Wenn Ihnen die Gesundheitsbehörde (nicht 1450!) wegen Corona oder eines Verdachts auf Corona eine häusliche Quarantäne auferlegt wurde und Sie deshalb nicht arbeiten gehen können, steht Ihnen für die gesamte ausgefallene Arbeitszeit eine Entgeltfortzahlung zu, die Ihr Arbeitgeber leisten muss. Diese Entgeltfortzahlung wird dem Arbeitgeber zur Gänze vom Bund ersetzt. Sie müssen in diesem Fall daher keinen Urlaub nehmen und auch kein Zeitausgleichsguthaben abbauen – auch nicht, wenn sich die Zustellung Ihres Quarantänebescheides verzögert.

Was passiert mit meinem Lohn oder Gehalt, wenn ich selbst in Quarantäne bin?

Gute Nachricht: auch in einem freien Dienstverhältnis wird Ihnen (auf Grund des § 32 Epidemiegesetz) Ihr Einkommensverlust ersetzt, wenn Sie auf Grund einer Quarantäne nicht arbeiten können. Strittig ist gelegentlich die Frage, ob Ihnen das Entgelt vom Arbeitgeber fortzuzahlen ist oder ob Sie direkt bei der zuständigen Behörde einen Antrag auf Einkommensersatz stellen müssen.

Die Praxis zeigt: in beiden Fällen werden die Anträge positiv abgewickelt. Allerdings wird seitens der Behörden regelmäßig rückgemeldet, dass die Abwicklung über den Arbeitgeber wesentlich schneller erfolgt.

Das bedeutet: In diesem Fall leistet Ihnen der Arbeitgeber das Honorar für die (ausgefallenen) Arbeitsstunden wie gewohnt. In weiterer Folge stellt der Arbeitgeber unter Vorlage der Überweisungsbestätigung und Ihres Quarantänebescheides den Antrag auf Kostenerstattung bei der zuständigen Behörde (in Wien wäre das die MA 40). Der Antrag wird von der Behörde genauso abgewickelt, wie im Falle sonstiger ArbeitnehmerInnen, die in keinem freien Dienstverhältnis stehen.

Ich bin freier Dienstnehmer/freie Dienstnehmerin und muss in Quarantäne. Wer bezahlt mein Entgelt?

Wenn Sie im Ausland in Quarantäne müssen, sind die Bestimmungen des österreichischen Epidemiegesetzes nicht anwendbar. Das bedeutet aber keineswegs, dass Sie um Ihr Entgelt fürchten müssen: Können Sie auf Grund der Quarantäne Ihren Arbeitsplatz in Österreich nicht erreichen, liegt in der Regel eine „Dienstverhinderung aus wichtigen persönlichen Gründen“ vor (§ 8 Absatz 3 Angestelltengesetz bzw. § 1154b Absatz 5 Allgemeines Bürgerliches Gesetzbuch). Ihr Arbeitgeber bezahlt für eine verhältnismäßig kurze Zeit (im Regelfall rund 1 Woche, in Härtefällen auch länger) Ihr Entgelt – Sie müssen in diesem Fall daher weder Urlaub nehmen, noch Ihr Zeitguthaben abbauen.

Arbeit in Österreich, Quarantäne im Ausland – was gilt für mich?

Durch die behördliche Absonderung im Inland wird der Zweck des Urlaubs (Freizeit, Erholung) nicht mehr erfüllt. Geben Sie Ihrem Arbeitgeber unverzüglich bekannt, dass Sie sich in Quarantäne befinden und in diesem Zeitraum keinen Urlaub konsumieren können. Die Urlaubstage werden in weiterer Folge nicht abgezogen – Ihr Arbeitgeber leistet Ihnen während der Quarantäne die volle Entgeltfortzahlung und erhält diesen Aufwand vom Bund ersetzt.

Ich muss in Quarantäne, befinde mich aber aktuell im Urlaub. Was passiert mit meinen Urlaubstagen?

Hier ist zu unterscheiden:

  • Sind Sie in Quarantäne, weil Sie konkrete Krankheitssymptome haben, können Sie natürlich nicht arbeiten. Diesen Umstand müssen Sie Ihrem Arbeitgeber mitteilen. Da der Arbeitgeber für die Dauer Ihrer Quarantäne einen Ersatz seiner Personalkosten erhält, bleiben Konflikte in diesem Zusammenhang in der Regel aus. Fordert Ihr Arbeitgeber jedoch eine Bestätigung, dass Sie tatsächlich Krankheitssymptome haben, kontaktieren Sie bitte Ihren Arzt (allenfalls den mobilen Ärztenotdienst). Dieser kann nach jeder Untersuchung ein entsprechendes Attest ausstellen und Ihren Gesundheitszustand bestätigen. Erfolgt das auf ausdrücklichen Wunsch Ihres Arbeitgebers, muss dieser allfällige Kosten für ein solches Attest jedoch übernehmen.
  • Sind Sie in Quarantäne, haben aber keine Krankheitssymptome, sind Sie grundsätzlich (noch) nicht arbeitsunfähig. Auch in diesen Fällen kann Ihr Arbeitgeber nicht einseitig Homeoffice anordnen. Allerdings kann für die Dauer Ihrer Quarantäne mit Ihrem Arbeitgeber eine Homeoffice-Vereinbarung getroffen werden. Haben Sie bereits eine Homeoffice-Vereinbarung und befinden sich ausgerechnet an Ihren Homeoffice-Tagen ohne Krankheitssymptome in Quarantäne, müssen Sie grundsätzlich arbeitsbereit sein.

Hinweis: Während einer behördlichen Absonderung (Quarantäne) ist nach Rechtsansicht der Österreichischen Gesundheitskasse die Ausstellung einer Arbeitsunfähigkeitsmeldung („Krankenstandsbestätigung“) nicht möglich. Ein Arzt/eine Ärztin kann Ihnen daher lediglich ein allgemeines Attest über Ihren Gesundheitszustand ausstellen.

Muss ich von zu Hause aus arbeiten, wenn ich in Quarantäne bin?

Mit 8. Jänner 2022 wurden die Regelungen über COVID-19-Kontaktpersonen gelockert. Nicht als Kontaktperson gelten Sie etwa dann, wenn bei Ihrem Kontakt mit einem bestätigten Fall beide (also die infizierte Person und Sie) eine FFP2-Maske trugen. Ebenso müssen Sie nicht in Quarantäne, wenn Sie bereits eine Auffrischungsimpfung gegen COVID-19 („Booster“-Impfung) verabreicht bekommen haben. Unter diesem Link finden Sie die aktuellen Definitionen und Maßnahmen für „Kontaktpersonen“.

Erfüllen Sie diese Voraussetzungen nicht, müssen Sie in der Regel in Quarantäne.

Neu geregelt wurde nun auch, dass Sie diese in ganz wenigen Ausnahmefällen zu beruflichen Zwecken verlassen dürfen, wenn die örtliche Gesundheitsbehörde dazu ihre Zustimmung erteilt.

Versorgungskritisches Gesundheits- und Pflege bzw. sogenanntes Schlüsselpersonal (MitarbeiterInnen in der kritischen Infrastruktur) können eine solche Ausnahme von der Quarantänepflicht beantragen, wenn

a) ihre Anwesenheit im Betrieb absolut unentbehrlich ist und

b) dem Betrieb ansonsten ein unabwendbarer Schaden entsteht.

Beachten Sie, dass die Zugehörigkeit zur Gruppe des versorgungskritischen Personals allein noch nicht zum Verlassen der Quarantäne zu beruflichen Zwecken berechtigt. Eine solche Ausnahme kann lediglich in Einzelfällen und ausschließlich durch die Gesundheitsbehörde (nicht aber durch den Arbeitgeber!) erfolgen.

Weiterführende Informationen zu diesem Thema finden Sie auf den Seiten des Gesundheitsministeriums.

Darf ich in die Arbeit gehen, wenn ich in Quarantäne bin?

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