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Job und Arbeitsrecht

Ihr Betrieb hat weiterhin geöffnet – das ist die gute Nachricht. Denn viele Menschen haben im Zuge der Corona-Krise Ihren Job verloren.  Gleichzeitig sollen wir alle so wenig wie möglich mit anderen Menschen in Kontakt kommen, damit sich das Corona-Virus nicht mehr so schnell ausbreitet. Im Arbeitsrecht ist geregelt, was jetzt gilt.

Sie sind nach wie vor verpflichtet, Ihrer Arbeit nachzugehen. Klar ist: Sie gehören zu denen, die das Land jetzt am Laufen halten. Das muss am Tag nach der Corona-Krise mehr wert sein, als Lob und Dank. Dafür werden sich Arbeiterkammer und Gewerkschaften einsetzen.

Wenn Sie jetzt weiter in die Arbeit gehen, muss Ihre Firma für den Schutz Ihrer Gesundheit sorgen:

Ihr Kontakt mit Kunden muss eingeschränkt werden. Ausnahmen gibt es nur dann, wenn Sie in einem Bereich arbeiten, der wichtig ist für notwendige Dinge des täglichen Bedarfs, wie: Lebensmittel, Gesundheitsversorgung, Öffis, und die Versorgung mit wichtigen Diensten wie Müllabführ, Energie etc.

Die Gewerkschaft gpa-djp hat es in harten Verhandlungen geschafft, die Lage der Beschäftigten im Handel zu verbessern, etwa durch kürzere Öffnungszeiten. Die Gewerkschaft Pro-Ge setzt sich gemeinsam mit den Betriebsräten dafür ein, dass die Arbeitgeber genau prüfen, welche Arbeit wirklich dringend zu erledigen ist und was man auch aufschieben kann.

Wenn eine konkrete Ansteckungsgefahr besteht, können Sie zuhause bleiben. Dies könnte etwa dann der Fall sein, wenn sich KollegInnen oder Kunden angesteckt haben, mit denen Sie unmittelbar zu tun haben. Dass Sie in diesem Fall daheimbleiben, müssen Sie Ihrem Arbeitgeber aber sofort melden!

Muss ich trotz Corona in die Arbeit gehen?

Wenn Sie über 60 Jahre alt sind, an Diabetes, einer Herz-Kreislaufstörung etc. leiden, können Sie besonders schwer krank werden, wenn Sie mit dem Corona-Virus angesteckt werden. Nehmen Sie daher sofort mit Ihrem behandelnden Arzt Kontakt auf!

Der Arzt entscheidet, ob Sie aktuell arbeitsfähig sind oder nicht. Dabei werden Ihre Tätigkeit und Ihr Gesundheitszustand berücksichtigt. Wenn der Arzt eine Arbeitsunfähigkeitsmeldung ausstellt, müssen Sie diese unverzüglich Ihrem Arbeitgeber übermitteln.

Auch wenn Sie grundsätzlich arbeitsfähig sind kann Ihr Arzt empfehlen, dass Sie bestimmte Arbeiten nicht tun sollen. Wenn Sie Ihrem Arbeitgeber melden, dass Sie eine Vorerkrankung haben, die Ihr Risiko erhöht, muss er laut Arbeitnehmerschutzgesetz Rücksicht darauf nehmen. Sie müssen Ihre Vorerkrankung aber nur melden, wenn Sie das wollen.

Ich gehöre zu einer Risikogruppe (Alter 60+, Diabetes, Herz- Kreislaufstörung, …). Muss ich in die Arbeit gehen?

Grundsätzlich sind Ihre Tätigkeiten Teil Ihres mündlich oder schriftlich vereinbarten Arbeitsvertrages und wurde lange vor der Corona-Krise vereinbart. Eine dauerhafte Änderung Ihrer Tätigkeiten würde diesen Vertrag ändern. Dazu müssen beide Ihre Zustimmung geben: Sie und Ihr Arbeitgeber.

Achtung: Gleichzeitig haben Sie eine Treuepflicht gegenüber Ihrem Arbeitgeber. Wenn Ihrem Betrieb ein unverhältnismäßiger Nachteil droht und Sie das verhindern können, sind Sie dazu verpflichtet, Ihren Arbeitgeber dabei zu unterstützen, den Schaden möglichst klein zu halten. Das gilt aber, wie gesagt, nur kurzfristig und nicht z.B. für die Dauer einer Corona-Kurzarbeit.

Darf mir der Chef Tätigkeiten zuweisen, die ich sonst nicht mache?

Aktuell gilt als Ausnahme von der Ausgangsbeschränkung ein „beruflich erforderliches Erreichen des Arbeitsplatzes“. Sollten Sie von einem Kontrollorgan aufgehalten werden, reicht grundsätzlich eine Arbeitsbestätigung, wie z.B. ein Arbeitsvertrag. Aber auch  eine solche Bestätigung ist gesetzlich nicht ausdrücklich vorgeschrieben ist.. Eine eigene „Arbeitswegbescheinigung“ ist nicht nötig.

Wie komme ich trotz Ausgangsbeschränkung in die Arbeit?

Um weitere Ansteckungen mit dem Corona-Virus zu vermeiden, ist Homeoffice sicher eine gute Lösung.

Wenn Sie bisher kein Homeoffice vereinbart haben, ist das eine Verlegung des Arbeitsortes und damit eine Änderung Ihres Arbeitsvertrags, der sowohl Sie selbst als auch Ihr Arbeitgeber zustimmen muss. Das heißt: Sie haben einerseits kein Recht auf Homeoffice, andererseits darf Ihr Arbeitgeber Sie auch nicht dazu verpflichten.

Die Firma sollte bei Homeoffice dafür sorgen, dass Sie die nötige Technik zur Verfügung haben.  Über den Ersatz eventuell entstehender Aufwendungen ist eine Vereinbarung (z.B. über einen pauschalen Aufwandsersatz) zu treffen.

Was gilt für Homeoffice?

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