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Kurzarbeit

Stand: 09.05.2022

Worauf Sie jetzt achten müssen

Die Antworten auf die vielen FAQs können unter Umständen unterschiedlich ausfallen, je nach dem, auf welche Phase der Kurzarbeit sich Ihre Frage bezieht. Die Corona-Kurzarbeit wurde dank Ihrer wertvollen Rückmeldungen laufend analysiert und in einigen Punkten an die praktischen Notwendigkeiten angepasst.

Überprüfen Sie was für Sie persönlich gilt:

  • Beginnt die Kurzarbeit in Ihrem Betrieb ab bzw. nach dem 01.07.2021 oder wird eine bestehende Kurzarbeit ab bzw. nach diesem Tag verlängert, befinden Sie sich in der Phase 5. Die Neuerungen dieser Phase betreffen überwiegend den Arbeitgeber; allerdings möchten wir auf neue Modalitäten zu Kündigungen und zum Urlaubsabbau hinweisen, die aus ArbeitnehmerInnensicht zu beachten sind.

    Die Phase 5 besteht zudem aus zwei Modellen, aus denen Ihr Arbeitgeber wählen muss:
    • Einem großzügigen Modell für Betriebe, die von der Krise (bzw. den Lockdowns) besonders betroffen sind mit fast unveränderter Förderung und wesentlichen Erleichterungen, bzw.
    • Einem neuen Modell für sonstige Betriebe, wobei die Förderung für den Arbeitgeber nun geringer ausfällt und vom AMS eine höhere Mindestarbeitszeit im Betrieb vorausgesetzt wird.
  • Für alle Kurzarbeitsprojekte, die am 01.04.2021 beginnen oder ab diesem Tag verlängert werden, gelten die Regelungen zu Phase 4.
  • Wurde die Kurzarbeit in Ihrem Betrieb ab 01.10.2020 erstmals eingeführt oder ab diesem Tag neu verlängert, befinden Sie sich in Phase 3.
  • Alle Ersteinführungen und Verlängerungen, die nach dem 31.05.2020 und spätestens am 30.09.2020 begonnen haben, befinden sich in Phase 2.
  • Ersteinführungen und Verlängerungen, die von März 2020 bis einschließlich 31.05.2020 begonnen haben, unterliegen den Regelungen zur Phase 1.

Die Regelungen zur Kurzarbeit wurden von den Sozialpartnern seit Beginn der Krise laufend überarbeitet und angepasst. AK und ÖGB sorgen dafür für Gerechtigkeit, nicht nur in Zeiten von Corona.

Ihre Arbeitszeit wird verringert und Sie behalten Ihre Arbeit. Sie erhalten monatlich zwischen 80 und 90 Prozent Ihres bisherigen Einkommens vom Arbeitgeber weiter bezahlt. Dieser erhält im Gegenzug eine Förderung vom AMS, mit der dem Arbeitgeber Ihre ausgefallenen Arbeitsstunden ersetzt werden.

Damit Sie nicht gekündigt werden müssen und Ihr Betrieb und die Wirtschaft insgesamt die Corona-Krise verkraften, haben die Sozialpartner bestehend aus Arbeiterkammer, Gewerkschaften und Wirtschaftskammer ein besonderes Modell verhandelt: Ihre Arbeitszeit kann unter anderem auf bis zu null Stunden verringert werden.

Sollte Ihnen daher die (vorübergehende) Auflösung Ihres Arbeitsverhältnisses angeboten werden, weisen Sie Ihren Arbeitgeber ausdrücklich auf diese Alternative hin!

Dazu gilt:

  • Corona-Kurzarbeit ist auch in Betrieben ohne Betriebsrat möglich.
  • Kurzarbeit gilt auch, wenn der Betrieb vollständig geschlossen ist.
  • Kündigungen während der Kurzarbeit wurden wesentlich erschwert. Ihr Arbeitsplatz ist in Kurzarbeit daher weitaus sicherer, als ohne Kurzarbeit!

Was ist die Corona-Kurzarbeit?

Für alle Phasen gilt: Das Einkommen während der Kurzarbeit orientiert sich Ihrem Bruttoentgelt vor Kurzarbeit (inklusive Zulagen, Zuschläge und laufender Provisionen, sowie Mehrstunden und Mehrstundenzuschläge, nicht hingegen Aufwandsentschädigungen/Diäten und Überstundenentgelte) und garantiert Ihnen ein Mindesteinkommen:

  • Bis zu € 1.700,- brutto vor Kurzarbeit beträgt Ihr Lohn / Gehalt in Kurzarbeit 90% Ihres bisherigen Einkommens.
  • Bis zu € 2.685,- brutto vor Kurzarbeit bekommen Sie in Kurzarbeit 85% Ihres Einkommens.
  • Ab € 2.686,- Bruttoentgelt vor Kurzarbeit betragen Lohn/ Gehalt in Kurzarbeit 80% des bisherigen Einkommens.
  • Für Einkommensteile über € 5.370,- gebührt dem Arbeitgeber jedoch keine Beihilfe.
  • Bei Lehrlingen beträgt das Einkommen 100% der bisherigen Lehrlingsentschädigung.

Es gebührt am Monatsende grundsätzlich immer die garantierte Bruttoersatzrate (80/85/90%), unabhängig davon, wie wenig Stunden Sie tatsächlich leisten. Dennoch sind Ihre Arbeitsleistungen nicht ohne Bedeutung: Ihr Arbeitgeber ist nämlich verpflichtet, sicherzustellen, dass Ihre tatsächlich geleisteten Stunden auch tatsächlich bezahlt werden. Das bedeutet: reicht Ihr Lohn bzw. Gehalt in Kurzarbeit nicht aus, um Ihre tatsächlich erbrachten Arbeitsleistungen (Grundstunden, Zuschläge, Zulagen) abzudecken, ist Ihr Arbeitgeber verpflichtet, eine entsprechende Aufzahlung zu leisten.

Ihr garantiertes Kurzarbeitsentgelt (80/85/90%) kann sich zudem unter Umständen erhöhen, wenn Ihre Firma vom sogenannten „Trinkgeldersatz“ oder vom „Kurzarbeitsbonus“ Gebrauch macht.

Tipp: Zeichnen Sie Ihre tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden genau auf. So können Sie leicht prüfen, ob Sie auch alle Stunden bezahlt bekommen haben. Die AK bietet dazu eine eigene App, den AK Zeitspeicher, um Arbeitszeiten nachvollziehbar und lückenlos zu erfassen.

Wie viel Lohn oder Gehalt bekomme ich bei Kurzarbeit?

Viele ArbeitnehmerInnen befanden sich seit Pandemiebeginn besonders lange in Kurzarbeit. Manche sind bis heute in einem kurzarbeitenden Betrieb beschäftigt.

Lange haben die Sozialpartner von der Bundesregierung einen finanziellen Ausgleich für diese Personen gefordert, nun hat die Regierung nachgegeben:

Der „Kurzarbeits-Langzeitbonus“ in Höhe von 500 Euro kann seit 11. April 2022 endlich beantragt werden!

Konkret gilt:

Personen, die

  • zwischen 1. März 2020 und 30. November 2021 mindestens 10 Monate und im Dezember 2021 zumindest einen Tag in Kurzarbeit waren (beide Bedingungen müssen erfüllt sein) und
     
  • deren laufende Grundlage für die Berechnung der Sozialversicherungsbeiträge (in der Regel: das Bruttoeinkommen) im Dezember 2021 höchstens 2.775 Euro betrug,

erhalten  ab sofort einen einmaligen Bonus von 500 Euro netto.

Die Arbeiterkammer hat als Ihre gesetzliche Interessensvertretung relevante Informationen erhalten, welche Personen Anspruch auf Auszahlung des Kurzarbeits-Langzeitbonus haben. Sie erhalten dazu noch im April 2022 von AK und ÖGB ein persönliches Infoschreiben; gerne unterstützen wir Sie bei der Antragstellung (nutzen Sie bitte die Kontaktdaten am Ende dieser Seite)!

Wichtige Informationen:

  • Der Bonus steht sowohl ArbeitnehmerInnen als auch Lehrlingen zu.
  • Die elektronische Antragstellung ist seit 11. April 2022 unter https://www.meinesv.at/kua500 möglich. Sie benötigen dafür eine Handy Signatur, ID Austria oder eine Bürgerkarte. AK und Gewerkschaften unterstützen Sie gerne bei der Antragstellung.
  • Zum jetzigen Zeitpunkt liegen noch nicht alle Kurzarbeitsabrechnungen für den relevanten Zeitraum vor. In Einzelfällen kann deshalb eine Antragstellung anspruchsberechtigter Personen erst verzögert möglich sein.
  • Der Bonus kann bis längstens 31. Dezember 2022 beantragt werden.
  • Es handelt sich um eine personenbezogene Beihilfe. Das heißt, Sie müssen den Antrag persönlich stellen – Ihr Betrieb kann das nicht übernehmen.

Wichtige Kontaktnummern für weiterführende Fragen:

  • ÖGB-Hotline: 0800 22 12 00 60
  • AK Wien: 01 501 65 1402
  • AK Burgenland: 02682 740
  • AK Kärnten: 050 477
  • AK Niederösterreich: 05 7171 22000
  • AK Oberösterreich: 050 6906 1614
  • AK Steiermark: 05 7799
  • AK Salzburg: 0662 86 87 88
  • AK Tirol: 0800 22 55 22 1414
  • AK Vorarlberg: 050 2580
  • Callcenter des Bundesrechenzentrums: 01 71123 884468
500 Euro Kurzarbeitsbonus - was gilt für mich?

Hier ist zu unterscheiden, auf welche Phase der Kurzarbeit sich Ihre Frage bezieht.

Ab Phase 3 gilt:

  • Wenn in Ihrem Arbeitsvertrag steht, dass Ihre Überstundenpauschale gestrichen werden kann und der Arbeitgeber diese Pauschale auch tatsächlich widerruft, wird sie bei der Berechnung Ihres Einkommens während der Kurzarbeit leider nicht berücksichtigt.
  • Wenn in Ihrem Arbeitsvertrag nirgends ausdrücklich steht, dass Ihre Überstundenpauschale zurückgenommen werden kann oder wenn sie zwar widerrufen werden kann, Ihr Arbeitgeber  das aber nicht tut oder aber, wenn sie einen All-In-Vertrag haben, wird Ihr Einkommen während der Kurzarbeit mit Überstundenpauschale bzw. Ihr All-In-Lohn bzw. All-In-Gehalt berechnet, selbst wenn Sie in Kurzarbeit keine Überstunden leisten.

Für die Phasen 1 und 2 gilt:

  • Wenn in Ihrem Arbeitsvertrag steht, dass Ihre Überstundenpauschale auch gestrichen werden kann, wird die Überstundenpauschale bei der Berechnung Ihres Einkommens während der Kurzarbeit leider nicht berücksichtigt.

Wenn in Ihrem Arbeitsvertrag nirgendwo ausdrücklich steht, dass Ihre Überstundenpauschale zurückgenommen werden kann oder wenn sie einen All-In-Vertrag haben, wird Ihr Einkommen während der Kurzarbeit mit Überstundenpauschale bzw. Ihr All-In-Lohn bzw. All-In-Gehalt berechnet, selbst wenn Sie in Kurzarbeit keine Überstunden leisten.

Ich habe einen All-in Vertrag oder ein Überstundenpauschale. Zählen diese bei der Berechnung des Entgelts während der Kurzarbeit?

Hier muss zwingend zwischen den einzelnen Phasen unterschieden werden:

Ab Phase 3 gilt: Die Grundsätze der Lohnverrechnung aus Phase 1 und 2 gelten auch für die Phase 3 und 4. Allerdings besteht ab Phase 3 in bestimmten Fällen zusätzlich das Recht auf eine Neuberechnung Ihrer monatlichen Nettoersatzrate (80/95/90%).

Diese muss immer dann neu bemessen werden, wenn Sie von einer kollektivvertraglichen Vorrückung, einem Biennalsprung, einer Umstufung oder einer jährlichen KV-Erhöhung betroffen sind, die sich ohne Kurzarbeit auf Ihr laufendes Entgelt auswirken würden. Das gilt ebenso für vergleichbare Entgeltregelungen allgemeiner Art, wie Mindestlohntarife, Satzungen und Betriebsvereinbarungen (Vertragsschablonen), aber nicht für (mit Ihrem Arbeitgeber) einzelvertraglich vereinbarte Erhöhungen.

Außerdem gilt:

Zu berücksichtigen sind nicht nur Erhöhungen des Entgelts, die sich während der Phase 3 oder 4 ergeben, sondern auch solche, die bereits vor Phase 3 eingetreten aber für die Nettoersatzrate bisher nicht berücksichtigt worden sind. Wurden z.B. die KV-Löhne ab 1.6.2020 erhöht, ist Ihre Nettoersatzrate unter Berücksichtigung Ihrer neuen Lohnhöhe ab 1.10.2020 neu zu berechnen. Eine Aufrollung früherer Monate (vor 1.10.2020) erfolgt jedoch nicht.

In Phase 1 und 2 gilt: Ihre monatliche Nettoersatzrate (80/85/90% des Einkommens vor Kurzarbeit) stellt das Mindestentgelt dar, das Ihnen in laufender Kurzarbeit bezahlt werden muss.

Dennoch müssen Sie im Ergebnis zumindest das Entgelt erhalten, das dem Wert Ihrer tatsächlich erbrachten Arbeitsleistungen entspricht.

Das bedeutet: Leisten Sie in Kurzarbeit etwa besonders viele Nachtdienste und haben Anspruch auf Nachtzulagen oder wird in der Kurzarbeit eine Gehaltserhöhung schlagend, die den Wert Ihrer Arbeitsstunden erhöht, kann es bei entsprechend hoher Anzahl von Arbeitsstunden sein, dass die Nettoersatzrate (80/85/90% Ihres bisherigen Entgelts)  zu niedrig ist, um die erbrachten Leistungen tatsächlich abzudecken. In diesem Fall muss Ihr Arbeitgeber die Differenz bezahlen.

Eine völlige Neuberechnung der monatlichen Nettoersatzrate (z.B. bei einer kollektivvertraglichen Umreihung, einem Biennalsprung oder einer Lohn- bzw. Gehaltserhöhung) ist in Phase 1 und 2 jedoch nicht vorgesehen.

Wie wirken sich Lohn/Gehaltserhöhungen in der Kurzarbeit aus?

Ja. Kurzarbeit kann nicht einseitig eingeführt werden: Für jede Verlängerung der Kurzarbeit ist von Arbeitgeber und ArbeitnehmerInnen daher eine neue Vereinbarung zu unterzeichnen. Das ist wichtig, weil sich die einzelnen Phasen teilweise spürbar unterscheiden.

Mein Betrieb ist bereits in Kurzarbeit. Ist eine neue Vereinbarung bzw. Zustimmung für eine Verlängerung erforderlich?

Phase 5: Die Kurzarbeit muss vor Beginn eines Kurzarbeitsprojekts beantragt werden.
Ausnahme: Sollte die Kurzarbeit während eines Lockdowns beginnen oder verlängert werden, konnten Anträge bis zu 28 Tage lang rückwirkend zum tatsächlichen Beginn der Kurzarbeit eingebracht werden.

Die Dauer des 4. Lockdowns fiel in den Bundesländern unterschiedlich aus. Die rückwirkende Antragstellung war daher je nach Bundesland bis zu folgenden Stichtagen möglich:

  • Tirol, Vorarlberg, Burgenland: bis 8.1.2022
  • Kärnten, Steiermark, Niederösterreich, Oberösterreich und Salzburg: bis 13.1.2022
  • Wien: bis 16.1.2022

Phase 4: Die Antragstellung hatte grundsätzlich vor Beginn der Kurzarbeit zu erfolgen. In Ausnahmefällen genehmigt das AMS eine rückwirkende Antragstellung, jedoch durfte der Beginn nicht länger als drei Wochen zurückliegen.

Phase 3: Erstanträge waren grundsätzlich vor Beginn der Kurzarbeit einzubringen.
Achtung: Auf Grund der plötzlichen Verhängung eines zweiten „Lockdowns“ war bis 20.11. eine rückwirkende Antragstellung zum 01.11.2020 möglich.

Phase 2: Neue Kurzarbeitsbegehren konnten ab 01.06.2020 nicht mehr rückwirkend gestellt werden. Verlängerungsanträge (für die Phase 2) waren innerhalb von drei Wochen ab dem geplanten Beginn der Phase 2 beim AMS einzubringen.

Phase 1: Der Antrag auf Kurzarbeitsbeihilfe konnte bis 20.4.2020 rückwirkend zum 1.3.2020 gestellt werden. Wurde der Antrag nach dem 20.04.2020 eingebracht, konnte Kurzarbeit frühestens ab 01.04.2020 gewährt werden.

Kann Kurzarbeit in einem Betrieb auch rückwirkend eingeführt werden?

Phase 5: ArbeitnehmerInnen in sogenannten „Trinkgeldbranchen“ verlieren bei Kurzarbeit nicht nur 10/15/20% ihres Einkommens, sondern zusätzlich Trinkgeld.

Als Trinkgeldbranchen gelten dabei: Beherbergung, Gastgewerbe, sonstiges Gesundheitswesen (Shiatsu), Friseur/Kosmetikstudios/Fußpflege, Massage- und Schlankheitsstudios sowie Tätowierungs- bzw. Piercingstudios.

Ab Dezember 2021 gilt einheitlich: Betriebe dieser Branchen, die von Kurzarbeit betroffen sind, erhalten eine um 5% erhöhte Förderung. Diese Förderung muss den von Kurzarbeit betroffenen ArbeitnehmerIn in weiterer Folge in Form eines um 5% höheren Kurzarbeits-Entgelts ausbezahlt werden. Die Trinkgeld-Option ist für sämtliche Betriebe der betroffenen Branchen verpflichtend!

Die Regelung muss bei sämtlichen ArbeitnehmerInnen, die in einem derartigen Betrieb von Kurzarbeit betroffen sind, umgesetzt werden, unabhängig davon, ob auf Ihrer Lohnabrechnung üblicherweise eine „Trinkgeldpauschale“ aufscheint (daher auch für Köche und Köchinnen, Reinigungskräfte, Lehrlinge, Hilfskräfte etc.).

In Phase 4 galt zudem einheitlich: Jeder Betrieb, in dem üblicherweise ein Trinkgeld gewährt wird, der unmittelbar von einem Lockdown auf Grund der COVID-19-Schutzmaßnahmenverordnung betroffen war und sich in Kurzarbeit befand, konnte auf freiwilliger Basis einen Trinkgeldersatz beim AMS beantragen.

Das betraf folgende Branchen: Beherbergung, Gastgewerbe, Heilmassage, Friseur/Kosmetikstudios, Massage- und Tätowierungs- bzw. Piercingstudios.

Arbeitgeber, die einen Trinkgeldersatz beim AMS beantragten, erhielten damit eine bis zu 5% höhere Förderung für ausgefallene Arbeitsstunden, während ihre Beschäftigen eine entsprechend höhere Entlohnung in Kurzarbeit bekommen mussten.

Generell gilt: Sollte sich Ihr Kurzarbeitsentgelt auf Grund anderer Bestimmungen erhöhen (z.B. einer kollektivvertraglichen Lohn-/Gehaltserhöhung), schmälert das die Option des Trinkgeldersatzes.

Beispiel: Eine KV-Erhöhung um 1,5% bedeutet, dass ein etwaiger Trinkgeldersatz nur im Ausmaß von maximal 3,5% beantragt werden kann.

Mein Betrieb ist vom Lockdown betroffen. Bekomme ich einen Ersatz für entgangenes Trinkgeld?

Die Richtlinie zur Corona-Kurzarbeit besagt, dass Alturlaube aus Vorjahren und offene Zeitausgleichsguthaben vor oder während der Kurzarbeit „tunlichst“ abzubauen sind. Sollte also der Arbeitgeber verlangen, Zeitausgleich oder Alturlaub abzubauen, sollten Sie dem grundsätzlich nachkommen, sofern nicht berücksichtigungswürdige Gründe dagegen sprechen.

Den Alturlaub zu verbrauchen, hat den Vorteil, dass in der Zeit des Urlaubs das volle Entgelt zusteht und nicht nur 80% bis 90%. Die Kurzarbeit sollte man nicht an der Frage des Urlaubsverbrauchs scheitern lassen. Dazu sind die Vorteile der Kurzarbeit viel zu bedeutend.

Diese Bestimmung wurde für die Phase 5 der Kurzarbeit nachgeschärft: Beträgt der beantragte Kurzarbeitszeitraum mehr als 1 Monat, müssen ArbeitnehmerInnen jedenfalls bereit sein, 1 Woche ihres Urlaubes zu konsumieren, bei mehr als 3 beantragten Kurzarbeits-Monaten 2 Wochen, bei mehr als 5 beantragten Kurzarbeits-Monaten 3 Wochen. Dies gilt nur soweit der/die ArbeitnehmerIn über ein entsprechendes Urlaubsguthaben verfügt (kein Urlaubsvorgriff).

Für Phase 3 und Phase 4 galt: Für den Fall, das Alturlaube und Zeitguthaben bereits abgebaut wurden, sollten Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer/Lehrlinge tunlichst eine Woche ihres laufenden Urlaubes innerhalb des Kurzarbeitszeitraumes konsumieren, sofern sie über ein solches Urlaubsguthaben bzw. Zeitguthaben verfügten.

In Phase 2 galt zusätzlich: Bei einer Verlängerung der Kurzarbeit über 3 Monate Gesamtlaufzeit hinaus sollten – erneut tunlichst – 3 Wochen des laufenden Urlaubs konsumiert werden, sofern ArbeitnehmerInnen über ein solches Guthaben noch verfügten.

Muss ich vor der Kurzarbeit Urlaub und Zeitguthaben verbrauchen?

Corona-Kurzarbeit ist in Ihrem Unternehmen unabhängig von der Betriebsgröße und unabhängig von der Branche möglich. Auch Vereine und juristische Personen des öffentlichen Rechts, die am Erwerbsleben teilnehmen (z.B. öffentliche Museen), können Kurzarbeit einführen. Wenn Ihr Unternehmen Corona-Kurzarbeit einführen möchte, nimmt es in einem ersten Schritt Kontakt mit dem AMS auf. Das kann per E-Mail oder telefonisch erfolgen.

Zeitgleich finden Gespräche auf betrieblicher Ebene statt, um in Betrieben mit einem Betriebsrat eine unterschriftsreife Betriebsvereinbarung abzuschließen.

In Betrieben ohne Betriebsrat braucht es Vereinbarungen mit jedem/jeder einzelnen Arbeitnehmer/in. Diese werden zwecks Vereinfachung aber in einem Exemplar mit Unterschriften der Beschäftigten auf der letzten Seite gesammelt. Das spart Zeit und minimiert den bürokratischen Aufwand.

Dann wird die Vereinbarung von den Sozialpartnern,(Gewerkschaft und Vertretung des Arbeitgebers, zumeist Wirtschaftskammer) unterschrieben. Im letzten Schritt wird die Vereinbarung durch den Arbeitgeber an das AMS übermittelt. Das ist sowohl per eAMS-Konto als auch per E-Mail möglich.

Ab Phase 5 gilt für den Arbeitgeber zudem: Betriebe, die nicht bereits im Zeitraum zwischen 1.4.2021 und 30.6.2021 in Kurzarbeit waren, haben VOR Begehrensstellung (beim AMS) und Abschluss der Sozialpartnervereinbarung (mit den Beschäftigten bzw. dem Betriebsrat) der zuständigen regionalen Geschäftsstelle des AMS ihre Absicht, in Kurzarbeit zu gehen, anzuzeigen und einen Beratungstermin mit AMS, Gewerkschaft und Wirtschaftskammer zu absolvieren.

Wie und wann kann Corona- Kurzarbeit in meinem Betrieb eingeführt werden?

Ihr Betriebsrat kann wichtig sein, damit es überhaupt zu Verhandlungen über die Kurzarbeit  kommt. Er muss in jedem Fall von Beginn an in die Verhandlungen zur Einführung von Kurzarbeit  eingebunden werden. Das betrifft sowohl die Gespräche zwischen dem Arbeitgeber und dem Arbeitsmarktservice (AMS), als auch die Verhandlungen zu einer Kurzarbeitsvereinbarung und notwendige Betriebsvereinbarungen. Bei Fehlen eines Betriebsrates tritt an dessen Stelle die Gewerkschaft.

Ab Phase 4 hat der Betriebsrat zudem einen Anspruch gegenüber dem Arbeitgeber, sämtliche Informationen zu erhalten, die die Dauer und das Ausmaß des konkreten Bezugs von Kurzarbeitsbeihilfe betreffen.

Wie kann der Betriebsrat bei der Kurzarbeit mitwirken?

Grundsätzlich ist vor Einführung der Kurzarbeit eine ausdrückliche Zustimmung aller Beschäftigten einzuholen. Bevor die Zustimmung erteilt wird, empfehlen wir Ihnen, die ausgefüllte Kurzarbeitsvereinbarung (Sozialpartnervereinbarung) ausführlich zu lesen und bei Fragen den Betriebsrat, die Arbeiterkammer oder die zuständige Fachgewerkschaft zu kontaktieren, bevor Sie etwas unterschreiben.

Ab der Phase 2 haben Sie zusätzlich einen Rechtsanspruch auf diese Unterlagen: Ihr Arbeitgeber muss Ihnen entweder eine Kopie der Kurzarbeitsvereinbarung aushändigen oder einen eigenen Kurzarbeits-Dienstzettel erstellen. Tut er das nicht, könnten Sie diese Unterlagen sogar einklagen.

Woher weiß ich, welche Regelungen zur Kurzarbeit in meinem Betrieb gelten?

Das AMS verlangt für die Gewährung einer Kurzarbeitsbeihilfe, dass Sie bei Ihrem Arbeitgeber seit mindestens einem Kalendermonat ununterbrochen beschäftigt sind (Achtung: Sonderregelung für Phase 5 der Kurzarbeit). Dieser volle Monat ist dann die Grundlage für die Berechnung Ihrer Beihilfe. Für Personen, die erst nachträglich in die Kurzarbeit aufgenommen werden sollen, ist ein neues Kurzarbeitsbegehren zu stellen und eine neue Sozialpartnervereinbarung auszufüllen.

Das bedeutet für Sie:

  • Sind Sie bereits von der Krankenkasse (ÖGK) abgemeldet worden und offiziell arbeitslos, können Sie zu Ihrem Arbeitgeber zurückkehren – Ihr Arbeitgeber bekäme im ersten Monat aber keine Förderung vom AMS. Sie würden somit erst ab dem zweiten Monat in Kurzarbeit einsteigen.
  • Sind Sie noch nicht von der Krankenkasse (ÖGK) abgemeldet worden (etwa, weil Sie noch in der Kündigungsfrist sind), können Sie im Einvernehmen mit Ihrem Arbeitgeber die Beendigung rückgängig machen und sofort in Kurzarbeit einsteigen.
Mein Arbeitsverhältnis wurde leider vor Einführung der Corona-Kurzarbeit gelöst. Kann ich dennoch Kurzarbeit in Anspruch nehmen?

Für die Gewährung der Beihilfe an Ihren Arbeitgeber verlangt das AMS, dass jeder betroffene Arbeitnehmer und jede betroffene Arbeitnehmerin zumindest einen vollen Kalendermonat im Betrieb beschäftigt und abgerechnet wurde.

Aus diesem Grund kann eine Kurzarbeitsvereinbarung mit neu eintretenden ArbeitnehmerInnen erst nach einem voll abgerechneten Beschäftigungsmonat überhaupt erst abgeschlossen werden.

Beispiel: Betrieb ab 1.3.2020 in Kurzarbeit, Eintritt einer Arbeitnehmerin am 15.3.2020

  • Ab wann kann für die Arbeitnehmerin eine KUA-Vereinbarung gelten? Ab 1.5.2020.
  • Ab wann erhält sie ihr reduziertes Entgelt in Form der Nettoersatzrate (80/85/90%)? Ab 1.5.2020.
  • Ab wann erhält der Arbeitgeber eine Beihilfe? Ab 1.5.2020.

Achtung: Für Phase 5 der Kurzarbeit wurde auf Grund des verhängten Lockdowns eine Sonderbestimmung für Tourismusbetriebe eingeführt. Die Voraussetzung der einmonatigen Mindestarbeitszeit bleibt grundsätzlich aufrecht, jedoch:

Alle geschlossenen Saisonbetriebe (Tourismus), die ihr in Österreich gemeldetes Personal zwischen 3.11.2021 und 12.12.2021 (in OÖ 17.12.2021) einstellen, erhalten eine Saisonstarthilfe vom AMS in Höhe von 65% des Bruttogehalts inkl. Lohnnebenkosten. Diese Starthilfe gebührt bis inklusive dem ersten vollentlohnten Kalendermonat (also bis 31.12.2021 oder 31.1.2022). Danach folgt entweder eine normale Beschäftigung oder (im Notfall) Kurzarbeit. Nahe Familienangehörige sind nicht förderbar.

Was bedeutet die einmonatige "Mindestbeschäftigungsdauer" vor Kurzarbeit?

Insgesamt wurde die Anspruchsdauer für die gesamte Dauer der COVID-19-Krise mit maximal 24 Monaten begrenzt:

In Phase 1 und 2 war der Zeitraum für Corona-Kurzarbeit auf drei Monate begrenzt. Bei Bedarf konnte die Kurzarbeit also um weitere drei Monate verlängert werden. Mit Beginn der Phase 3 wurde die Verlängerungsmöglichkeit bis 31.03.2021 geschaffen.

Phase 4 der Kurzarbeit galt von 01.04.2021 bis 30.06.2021. Der Arbeitgeber konnte die Kurzarbeit etappenweise verlängern oder sofort einen Antrag für 6 Monate einbringen.

Phase 5 der Kurzarbeit bestand vorerst aus zwei Modellen, aus denen der Arbeitgeber wählen musste: das besonders großzügige Modell stand allen von der Krise (insb. den Lockdowns) besonders betroffenen Branchen zur Verfügung und konnte bis Ende März 2022 in Anspruch genommen werden, selbst wenn der Lockdown früher endete.

Ein adaptiertes Modell mit etwas niedrigerer Beihilfenhöhe konnte hingegen von allen Branchen beansprucht werden, sofern die üblichen Voraussetzungen erfüllt wurden, wobei in diesem Fall eine Inanspruchnahme vorläufig noch bis Juni 2022 möglich ist.

Der Unterschied zwischen diesen beiden Modellen liegt insbesondere in der vorgeschriebenen „Mindestarbeitszeit“, also jenen Arbeitsstunden, die jedenfalls von Ihrem Arbeitgeber selbst zu bezahlen sind und die daher nicht vom AMS gefördert werden.

Update April 2022: Ab April 2022 ist zwar weiterhin die Phase 5 der Kurzarbeit in Kraft, allerdings entfällt die Unterscheidung zwischen dem „großzügigen“ Modell und dem neuen, „adaptierten“ Modell. Alle Kurzarbeits-Projekte, die ab 1. April 2022 beginnen oder fortgeführt werden, unterliegen dem neuen, „adaptierten“ Modell.

Wie lange kann Corona- Kurzarbeit dauern?

Achtung: Die Verringerung Ihrer Arbeitszeit in Kurzarbeit ist eine Verpflichtung des Arbeitgebers gegenüber dem AMS und wirkt sich auf die Höhe der Förderung aus, die Ihr Arbeitgeber erhält. Sie hat auf die Beschäftigten daher keine unmittelbare Auswirkung. Wird diese Verringerung schlussendlich nicht erfüllt, wird in Ihrem Betrieb also zu viel oder zu wenig gearbeitet, wird zwar möglicherweise ein Teil der Beihilfe vom Arbeitgeber zurückgefordert werden. Auf Ihre Kurzarbeitsvereinbarung hat das jedoch keine Auswirkung: Sie müssen also in keinem Fall Geld zurückzahlen bzw. Urlaub oder Zeitausgleich nehmen, um ein allfälliges „Minus“ auszugleichen.

In allen Phasen gilt: die unterstehende Bandbreite der Mindestarbeitszeit muss sich nur im Durchschnitt der gesamten Phase ergeben. Die Arbeitszeit kann in einzelnen Wochen daher auch problemlos auf Null reduziert werden.

Konkret bedeutet das:

Kurzarbeit Phase 5: Je nach dem, für welches der zwei Modelle der Phase 5 sich Ihr Arbeitgeber entscheidet, verlangt das AMS für die Gewährung der Kurzarbeitsbeihilfe folgende Arbeitszeiten:

  • Im günstigeren Modell für von der Krise besonders getroffene Branchen gilt eine Mindesarbeitszeit (während der gesamten KUA-Phase) von 30%. Diese Mindestarbeitszeit kann bei Vorliegen besonderer wirtschaftlicher Gründe (insb. der unmittelbaren Betroffenheit von einem Lockdown-bedingten Betretungsverbot) bei entsprechender Zustimmung sogar auf 10% reduziert werden. In Sonderfällen duldet das AMS sogar in diesen Fällen eine zusätzliche Unterschreitung.
  • Im neuen, adaptierten Standard-Modell für alle anderen Branchen verlangt das AMS hingegen eine Mindestarbeitszeit (während der gesamten KUA-Phase) von 50%. Eine Unterschreitung dieser Mindestarbeitszeit muss Ihr Betrieb gegenüber dem AMS schriftlich begründen.

Kurzarbeit Phase 3 und Phase 4: Ab der Phase 3 mussten Ausfallstunden mindestens 20% und maximal 70% der Arbeitszeit vor Kurzarbeit beantragen. Das heißt: der Kurzarbeitsantrag Ihres Arbeitgebers wurde nur bewilligt, wenn die geplante durchschnittliche Arbeitszeit mind. 30 % und maximal 80% der Arbeitszeit vor Kurzarbeit betrug.

In Sonderfällen (z.B. Lockdown) konnte auch ein Antrag auf Kurzarbeit mit einer Arbeitszeitreduktion von bis zu 90% bewilligt werden, sofern aber die Sozialpartner dem Antrag zustimmten.

Kurzarbeit Phase 1 und 2: Im gesamten Zeitraum der Kurzarbeit (z.B. 3 Monate) musste mindestens im Ausmaß von 10% und durfte höchstens im Ausmaß von 90% gearbeitet werden. Diese Quote musste pro Durchrechnungszeitraum, also in der gesamten Kurzarbeits-Phase und nicht pro Monat erbracht werden. Zudem hatte es das AMS geduldet, bei Nichterreichen der Mindestbeschäftigungsbandbreite in Phase 1 ein entsprechend höheres Beschäftigungsausmaß in Phase 2 anzusetzen, um dies auszugleichen.

Dabei konnten auch längere Zeiträume mit einer Wochenarbeitszeit von 0 Stunden vereinbart werden. War dies der Fall, war in den darauf folgenden Wochen die Arbeitszeit entsprechend höher anzusetzen.

Ein Beispiel:

Ein Betrieb führt für 3 Monate (13 Wochen) Kurzarbeit ein. Davon ist auch eine Vollzeitkraft mit 38,5 Wochenstunden Normalarbeitszeit betroffen.

Die in Phase 1 und 2 erforderlichen 10 % von 38,5 Stunden sind 3,85 Stunden. Mit 13 Wochen multipliziert bedeutet das, dass die Vollzeitkraft im gesamten Zeitraum der Kurzarbeit mindestens 50,05 Stunden (also 50 Stunden und 3 Minuten) arbeiten muss.

Wann diese 50 Stunden und 3 Minuten erbracht werden, wird im Betrieb festgelegt und hängt natürlich von der weiteren Entwicklung der Pandemie ab.

Es wäre also möglich, in den ersten 11 Wochen gar nicht zu arbeiten. Die Vollzeitkraft bekäme dafür 80-90% ihres bisherigen Einkommens ersetzt, der Arbeitgeber hätte 11 Wochen lang gar keine Personalkosten.

In der 12. Woche könnte beispielsweise 11 Stunden und 33 Minuten gearbeitet werden, um in der letzten Woche wieder, wie gewohnt, 38,5 Stunden zu leisten.

Das Beispiel ist selbstverständlich auch auf die Phasen 3, 4 und 5 anwendbar. In diesem Fall ist jedoch von einer 30% (bzw. 50%) Mindestarbeitszeit auszugehen. Bei einer Vollzeitkraft mit 38,5 Wochenstunden wären dies im Durchschnitt mindestens 11,55 Wochenstunden bzw. 50,01 Stunden im Monat.

Wie kann bzw. muss meine Arbeitszeit verringert werden?

Ab Phase 2 gilt: Es gilt grundsätzlich die Lage der Arbeitszeit (also an welchen Tagen zu welchen Zeiten gearbeitet wird) wie vor Einführung der Kurzarbeit. Sie muss nicht mehr gesondert in der Kurzarbeitsvereinbarung angeführt werden.  Es gelten auch in der Kurzarbeit die Regelungen zur Lage der Arbeitszeit, die sich aus dem Kollektivvertrag, der Betriebsvereinbarung oder dem Arbeitsvertrag ergeben. Gerne beraten wir Sie dazu ausführlicher.

Für Phase 1 gilt: Die Lage der Arbeitszeit, also an welchen Tagen und zu welchen Zeiten im Betrieb gearbeitet wird, bleibt grundsätzlich so, wie vor Einführung der Kurzarbeit. Sie muss in der Kurzarbeitsvereinbarung (Sozialpartnervereinbarung) angeführt werden und kann nur mit Zustimmung des Betriebsrats bzw. der einzelnen ArbeitnehmerInnen geändert werden. Der Arbeitgeber die Lage der Arbeitszeit aber auch mit wechselnden Dienstplänen bekanntgeben, wenn diese Vorgehensweise in der Kurzarbeitsvereinbarung angegeben ist und Betriebsrat bzw. die einzelnen ArbeitnehmerInnen dem zustimmen. In diesem Fall müssen Dienstpläne jedoch mit zumindest 14-tägiger Vorankündigungszeit vorliegen.

Darf der Arbeitgeber in der Kurzarbeit die Lage der Arbeitszeit einseitig ändern?

Wenn Sie in der Kurzarbeit gelegentlich mehr arbeiten, handelt es sich nicht automatisch um Mehrstunden bzw. Überstunden, für die zusätzlich ein Zuschlag bezahlt werden muss. Alle Stunden, die Sie bis zu ihrer bisherigen Normalarbeitszeit (vor Kurzarbeit) leisten, stellen weiterhin Normalarbeitszeit dar, für die kein gesonderter Zuschlag gebührt. Dennoch kann Sie Ihr Arbeitgeber auch in Kurzarbeit nicht einfach länger arbeiten lassen:

Ab Phase 2 gilt: Der Arbeitgeber kann längere Arbeitszeiten nicht auf Abruf anordnen. Es gilt eine verpflichtende Ankündigungsfrist von drei Tagen. Zusätzlich gilt, dass Sie bei berücksichtigungswürdigen Interessen (z.B. notwendigen Kinderbetreuungspflichten) Mehrleistungen auch ablehnen können.

In Phase 1 gilt: Es können zwar auch kurzfristig längere Arbeitszeiten angeordnet werden; die Ankündigung muss jedoch so rechtzeitig erfolgen, dass es Ihnen zumutbar ist, der Anordnung auch wirklich nachzukommen.

Darf der Arbeitgeber in der Kurzarbeit das Ausmaß der Arbeitszeit einseitig ändern?

Es gebührt am Monatsende grundsätzlich immer die garantierte Ersatzrate (80/85/90%), unabhängig davon, wie wenig Stunden Sie tatsächlich leisten. Dennoch sind Ihre Mehrleistungen nicht ohne Bedeutung: Ihr Arbeitgeber ist nämlich verpflichtet, sicherzustellen, dass zumindest Ihre tatsächlich geleisteten Stunden auch tatsächlich bezahlt werden.

Das bedeutet: reicht Ihr Lohn bzw. Gehalt in Kurzarbeit nicht aus, um Ihre tatsächlich erbrachten Arbeitsleistungen (Grundstunden, Zuschläge, Zulagen) abzudecken, ist Ihr Arbeitgeber verpflichtet, eine entsprechende Aufzahlung zu leisten.

Der Wert Ihrer Arbeit (also jeder einzelnen Arbeitsstunde) ändert sich daher auch in Kurzarbeit nicht: Das, was sie für Ihre tatsächlich geleistete Arbeit laut Kollektivvertrag, Mindestlohntarif oder Arbeitsvertrag erhalten müssten, muss Ihnen im Ergebnis auch tatsächlich bezahlt werden.

Bekomme ich mehr bezahlt, wenn ich mehr arbeite?

In bestimmten Fällen ist dabei Ihre monatliche Nettoersatzrate (80/85/90%) neu zu berechnen.

Seit Phase 3 gilt: Änderungen der Normalarbeitszeit während der Phase 3, 4 oder 5 oder innerhalb von 30 Tagen davor führen zu einer Neuberechnung Ihres monatlichen Entgelts, jedoch nur im Falle

  • bestimmter Teilzeitarten (z.B. Bildungs-, Pflege- und Altersteilzeit)
  • sowie dann, wenn auf die Änderung der Normalarbeitszeit ein Rechtsanspruch besteht (z.B. bei Elternteilzeit, Sterbebegleitung, etc.).
  • Eine Neuberechnung erfolgt auch, wenn auf die Änderung der Arbeitszeit zwar kein Rechtsanspruch besteht, sie aber nachweislich vor längerer Zeit (31 Tage vor Beginn der Kurzarbeit oder länger) zumindest vereinbart wurden.

In Phase 1 und 2 galt: Fand der Wechsel der Arbeitszeit in laufender Kurzarbeit statt, so war die Nettoersatzrate nicht neu zu berechnen.

Wie wirken sich Änderungen der Normalarbeitszeit auf das Mindestentgelt aus?

Die Sonderzahlungen (Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld) werden, unabhängig von Ihrer Ersatzrate (80-90%), ungekürzt gewährt. Sie erhalten daher wie gewohnt ihr Urlaubs- und Weihnachtsgeld (in Höhe Ihres ungekürzten Gehalts) zum jeweiligen Fälligkeitszeitpunkt (meistens Ende Juni und Ende November) vom Arbeitgeber ausbezahlt.

Lange Zeit bestand Unsicherheit darüber, ob das nur den Bruttobetrag betrifft oder ob auch das auszubezahlende Netto in voller Höhe gebührt. AK und Gewerkschaften haben für Sie erreicht, dass  der Nettobetrag Ihres Urlaubs- oder Weihnachtsgeldes in der Kurzarbeit nicht reduziert werden darf.

Was passiert mit meinen Sonderzahlungen (Urlaubs- und Weihnachtsgeld) in der Kurzarbeit ?

Grundsätzlich gilt die frei gewordene Zeit als Freizeit Sie können in dieser Zeit auch einem anderen Arbeitsverhältnis nachgehen und Geld dazuverdienen. Beachten Sie in diesem Zusammenhang aber aufrechte gesetzliche bzw. einzelvertragliche Konkurrenzverbote und achten Sie darauf, dass er ein Arbeitgeber auch kurzfristig den Betrieb hochfahren kann. Vereinbaren Sie mit einem allfälligen „neuen“ Arbeitgeber daher unbedingt besonders flexible Kündigungsmodalitäten!

Gilt Verringerung der Arbeitszeit als Freizeit?

Seit der Phase 3  gibt es die Möglichkeit sich in der ausgefallenen Arbeitszeit während der Kurzarbeit weiterzubilden.

60% der Ausbildungskosten trägt dabei das AMS, 40% Ihr Arbeitgeber. Ihnen entstehen keinerlei Kosten.

Seit Beginn der Phase 3 müssen sich daher grundsätzlich bereithalten, eine von Ihrem Arbeitgeber angebotene Aus-, Fort- oder Weiterbildungsveranstaltung zu absolvieren. Sie können Ihrem Arbeitgeber aber natürlich auch selbst Vorschläge unterbreiten, wenn Sie eine geeignete Bildungsmaßnahme gefunden haben. Eine Verpflichtung für Ihren Arbeitgeber, Aus-, Fort- oder Weiterbildungen auch tatsächlich zu veranlassen, besteht jedoch ausdrücklich nicht!

Weiterbildung in der Kurzarbeit - was gilt für mich?

Ihre Bildungszeiten gelten als Arbeitszeit. Damit sind das Ausmaß und die Lage der Bildungsmaßnahme mit Ihrer bisherigen Arbeitszeit begrenzt. Ist der Besuch Ihrer Bildungsmaßnahme zu diesen Zeiten nicht möglich (z.B., weil Sie üblicherweise nachts arbeiten würden, Ihr Kurs aber am Vormittag stattindet), ist der Arbeitgeber berechtigt, entsprechend den Grundsätzlichen des Arbeitszeitgesetzes die Arbeitszeit (=Bildungszeit) anzupassen.

In welchem zeitlichen Ausmaß und zu welchen Zeiten muss ich mich zur Weiterbildung bereithalten?

Aus dem sehr weiten Begriff „Aus-, Fort- und Weiterbildung“ ergibt sich, dass auch rein betriebsinterne Fortbildungen möglich sind. Es können nur Bildungsmaßnahmen angeordnet und gefördert werden, die von Ihrem Arbeitsvertrag und den dazugehörigen Qualifikationsanforderungen erfasst sind.

Welche Bildungsmaßnahmen kommen in Frage?

Nein. Die Bildungsmaßnahmen werden auch nicht vom AMS organisiert. Das AMS übernimmt jedoch bei Vorliegen der entsprechenden Fördervoraussetzungen 60% der Kosten, unabhängig davon, welches Bildungsinstitut Ihre Bildungsmaßnahme organisiert.

Muss es sich dabei um eine vom AMS angebotene Bildungsmaßnahme handeln?

Bildungszeit ist Arbeitszeit. Lernzeiten gelten soweit als Bildungszeit, als diese ausdrücklich im Kursplan, Lehrplan etc ausgewiesen sind.

Ihre garantierte Nettoersatzrate (80/85/90%) muss zumindest diese Bildungszeit und allfällige im Betrieb geleistete Arbeitsstunden abdecken. Tut sie das nicht, ist Ihr Arbeitgeber verpflichtet, die Differenz zu bezahlen.

Welches Entgelt gebührt während der Bildungsmaßnahme?

Das kann passieren, wenn zum Beispiel der Lockdown plötzlich beendet und der Betrieb Ihres Arbeitgebers wieder hochgefahren wird. In diesem Fall hat der Arbeitgeber das Recht, eine Unterbrechung oder sogar den vorzeitigen Abbruch Ihrer Bildungsmaßnahme anordnen.

Hat der Arbeitgeber den vorzeitigen Abbruch der Bildungsmaßnahme verlangt, trägt er die Kosten dafür.

Gleichzeitig haben betroffene ArbeitnehmerInnen einen Rechtsanspruch darauf, die abgebrochene Bildungsmaßnahme zu einem späteren Zeitpunkt (binnen 18 Monaten) fortzusetzen und abzuschließen.

Darf mein Arbeitgeber den Abbruch der Bildungsmaßnahme anordnen?

Auf großen Druck von Gewerkschaft und Arbeiterkammer für Sie erreicht: Sie haben das Recht, die von Ihrem Arbeitgeber unterbrochene oder abgebrochene Bildungsmaßnahme binnen 18 Monaten ab Beendigung tunlichst in der Arbeitszeit nachzuholen. Ein Rechtsanspruch darauf, die Maßnahme tatsächlich in der Arbeitszeit fortzusetzen, besteht jedoch nicht. In bestimmten Fällen wird dies daher nur in Ihrer Freizeit möglich sein. Die Kosten der Maßnahme trägt jedoch (in beiden Fällen) der Arbeitgeber.

Mein Arbeitgeber hat den vorzeitigen Abbruch der Bildungsmaßnahme angeordnet. Wie kann ich die Ausbildung nachholen?

Eine Vereinbarung, mit der Sie sich verpflichten würden, die Kosten für Ihre Bildungsmaßnahmen aus bestimmten Gründen (z.B. Selbstkündigung) an Ihren Arbeitgeber zurückzuzahlen, ist rechtlich unwirksam und kann daher nicht abgeschlossen werden.

Können Arbeitgeber den Rückersatz der Bildungskosten verlangen, bzw. vereinbaren?

Während der Kurzarbeit gilt für den gesamten Betrieb, in dem Kurzarbeit bewilligt wurde, grundsätzlich ein „Kündigungsverbot“ (auch: Behaltepflicht). Diese Verpflichtung bezieht sich auf den ganzen Betrieb und nicht nur auf Beschäftigte, die auch selbst in Kurzarbeit sind. Ihr Arbeitgeber hat sich gegenüber dem AMS verpflichtet, diese Behaltepflicht einzuhalten.

Kündigungen dürfen frühestens nach Ablauf der im Anschluss an die Kurzarbeit liegenden Behaltefrist (1 Monat nach Ende der Kurzarbeit) ausgesprochen werden.

Ausnahme: Kündigungen aus personenbezogenen oder aus gravierenden wirtschaftlichen Gründen  können zulässig sein, wenn

  • gravierende Gründe in der Person des betroffenen Arbeitnehmers / der betroffenen Arbeitnehmerin die Weiterbeschäftigung unzumutbar machen oder
  • der Fortbestand des Unternehmens gefährdet ist und
  • der Betriebsrat bzw. in Betrieben ohne Betriebsrat die zuständige Gewerkschaft innerhalb von 7 Tagen die Zustimmung erteilt.
  • Erteilen der Betriebsrat bzw. die Gewerkschaft ihre Zustimmung nicht, kann diese in Ausnahmefällen vom Regionalbeirat der zuständigen regionalen Geschäftsstelle des AMS ersetzt werden.
Kann ich während der Kurzarbeitsphase gekündigt werden?

Eine Kündigung durch den Arbeitnehmer/die Arbeitnehmerin und eine einvernehmliche Lösung (mit Zustimmung des Arbeitgebers) sind auch während der Kurzarbeit möglich.

Der Arbeitgeber hat dabei jedoch zu beachten:

Bei Kündigung durch den Arbeitnehmer/die Arbeitnehmerin oder bei einvernehmlicher Lösung von Dienstverhältnissen besteht für den Dienstgeber grundsätzlich keine Verpflichtung zur Auffüllung des Beschäftigtenstandes.

Im Falle einer einvernehmlichen Lösung muss der Arbeitnehmer/die Arbeitnehmerin aber nachweislich eine Beratung mit dem Betriebsrat oder der Gewerkschaft bzw. der Arbeiterkammer über die Auflösung des Arbeitsverhältnisses in Anspruch genommen haben. Hatte er/sie diese Gelegenheit nicht, ist der Beschäftigtenstand aufzufüllen, also eine neue Arbeitskraft einzustellen. Dies ändert hingegen nichts an der Rechtswirksamkeit der einvernehmlichen Lösung!

Kann ich während der Kurzarbeitsphase selbst kündigen?

Ja! Wenn Sie Teilzeit arbeiten, muss Ihre Arbeitszeit nur entsprechend verringert werden.

Wenn Sie in Altersteilzeit sind, wird Ihre bereits verringerte Arbeitszeit nochmals herabgesetzt. Sie bekommen dann weiter den Einkommensausgleich für die Altersteilzeit. Von Ihrem Betrieb bekommen Sie die Stunden bezahlt, die Sie weiterhin arbeiten. Den Rest auf bis zu 90 Prozent übernimmt das AMS.

LeiharbeitnehmerInnen können ebenfalls kurzarbeiten.

Einerseits kann Ihr Arbeitskräfteüberlasser (also Ihr Arbeitgeber) Kurzarbeit einführen, die dann für das gerade nicht überlassene Personal gilt.

Andererseits kann Ihr Beschäftigerbetrieb, der für die Stammbelegschaft Kurzarbeit einführen will, auch seine LeiharbeitnehmerInnen einbeziehen, wenn er mit deren Leihunternehmer (Arbeitskräfteüberlasser, also deren Arbeitgeber) eine eigene Kurzarbeitsvereinbarung abschließt.

Wichtig: Sie dürfen in der ausgefallenen Arbeitszeit vom Arbeitskräfteüberlasser nicht in ein anderes Unternehmen „verliehen“ werden!

Kann ich auch mit einem befristeten Arbeitsvertrag, bei Leiharbeit oder in Teilzeit an der Kurzarbeit teilnehmen?

Auch Lehrlinge können in die Kurzarbeit miteinbezogen werden. Sie erhalten sogar die volle Lehrlingsentschädigung weiter ausbezahlt. Kommen Lehrlinge in laufender Kurzarbeit in ein höheres Lehrjahr oder legen Sie erfolgreich die Lehrabschlussprüfung ab, ist die Lehrlingsentschädigung bzw. der Lohn/das Gehalt auch in Kurzarbeit entsprechend zu erhöhen.

Seit Phase 3 gilt zusätzlich: Kurzarbeit für Lehrlinge ist nur dann möglich, wenn die Ausbildung sichergestellt ist. Dabei sind mindestens 50% der ausgefallenen Arbeitszeit über den gesamten Kurzarbeits-Zeitraum für ausbildungs- bzw berufsrelevante Maßnahmen zu nutzen.

Wurde die Arbeitszeit eines Lehrlings im Durchschnitt um mehr als 20% reduziert, ist vom Lehrbetrieb am Ende der Kurzarbeit in einem eigenen Durchführungsbericht darzulegen, welche konkreten Maßnahmen pro Lehrling und in welchem Ausmaß stattgefunden haben, um die Ausbildung sicherzustellen.

Werden diese Voraussetzungen nicht erfüllt, kann das AMS die gesamte Kurzarbeits-Förderung vom Lehrbetrieb zurückfordern.

Die Rahmenbedingungen für die Kurzarbeit wurden mehrmals geändert und angepasst. Seit 01.07.2021 gilt außerdem: Bis zu einem Monat vor der positiven Ablegung der Lehrabschlussprüfung muss mindestens die Hälfte der ausgefallenen Arbeitszeit für Aus- und Weiterbildung, z.B. für facheinschlägige Kurse, genützt werden. Ausgenommen davon sind Monate eines verordneten Betretungsverbots.

Wegen Kurzarbeit ist keine zusätzliche Verlängerung der Lehrzeit zulässig.

Die Regelungen über die Reduktion der Ausbildungszeit wegen Kurzarbeit im Lehrbetrieb galten ursprünglich nur bis 31.8.2020, sie wurden nunmehr bis 30.06.2022 verlängert.

Was gilt für Lehrlinge?

Die Corona-Kurzarbeit gibt es für alle, die in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt haben. Wer nur geringfügig beschäftigt war, kann deshalb keine Corona-Kurzarbeit beantragen. Leider sind geringfügig Beschäftigte da nicht abgesichert. Allerdings darf Ihr Chef Sie nicht einfach kündigen. Es gelten für Sie die gesetzlichen bzw. kollektivvertraglichen Kündigungsfristen. Zumindest für die Dauer der Kündigungsfrist muss der Chef Ihren Lohn/Ihr Gehalt weiterzahlen.

Ich bin geringfügig beschäftigt. Gilt Kurzarbeit auch für mich?

An dieser Stelle wird unterschieden:

Nicht förderbar sind

• Beschäftigte, die eine Pension aus einem der Versicherungsfälle des Alters („Alterspension“) bereits beziehen bzw. denen eine solche zumindest zuerkannt wurde;

• Beschäftigte, die das Regelpensionsalter erreicht haben und die die Voraussetzungen für eine Alterspension erfüllen, die aber weiterhin arbeiten.

Förderbar sind jedoch

• Beschäftigte, die aufgrund des Alters (63+) der Arbeitslosenversicherungspflicht nicht unterliegen (darunter fallen auch beschäftigte Personen, die das Regelpensionsalter zwar erreicht haben, aber die Voraussetzungen für eine Alterspension (noch) nicht erfüllen).

Ich bin bereits in Alterspension und arbeite nebenbei. Kann ich auch in Kurzarbeit gehen?

Grundsätzlich passt die Kurzarbeit nicht zur gleichzeitigen Leistung von Überstunden. Deshalb sind Überstunde in laufender Kurzarbeit nicht zulässig.

In der Corona-Sozialpartnervereinbarung (also der Kurzarbeitsvereinbarung in Ihrem Betrieb) kann jedoch ausdrücklich die Zulässigkeit von Überstunden (jenen Stunden, die die gesetzliche Normalarbeitszeit von 8 Stunden am Tag bzw. 40 Stunden in der Woche überschreiten) festgelegt werden.

Für Sie gilt: Sollten (ausnahmsweise) Überstunden geleistet werden, ist der dafür gebührende Grundlohn und Zuschlag – allenfalls valorisiert um zwischenzeitig wirksam gewordene KV-Erhöhungen – so zu berechnen, wie vor Kurzarbeit.

Darf ich während der Kurzarbeit Überstunden machen?

Wenn Sie krank werden, bekommen Sie Ihre Entgeltfortzahlung – wie üblich – vom Arbeitgeber im Ausmaß Ihres garantierten Kurzarbeitsentgelts (80/85/90 Prozent) ausbezahlt

Jene Stunden, die Sie bei Wegdecken des Krankenstandes tatsächlich geleistet hätten (z.B. auf Grundlage des Dienstplans oder einer fixen Arbeitszeiteinteilung), gelten dabei als geleistet und fließen in den Durchschnitt der zu erreichenden Mindestarbeitszeit ein.

Ist Ihr Anspruch auf 100% Entgeltfortzahlung ausgeschöpft und haben Sie gegenüber dem Arbeitgeber nur noch Anspruch auf die halbe Entgeltfortzahlung, wird in der Kurzarbeit vom Arbeitgeber auch nur die Hälfte des garantierten Kurzarbeitsentgelts (also die Hälfte von 80/85/90 Prozent) gewährt.

Was passiert, wenn ich während der Kurzarbeit krank werde?

Ja, das ist möglich.  Nicht möglich ist es aber, nur an jenen Tagen Urlaubstage zu konsumieren, während derer gearbeitet wird und für die Tage, an denen die Arbeit ausfällt, nicht. Mit z. B. drei Urlaubstagen eine ganze Woche frei zu bekommen, ist also nicht möglich.

Beachten Sie bitte die Frage: Muss ich vor der Kurzarbeit Urlaub und Zeitguthaben verbrauchen?

Kann ich während der Kurzarbeit in Urlaub gehen?

Hier muss unterschieden werden:

  1. Fällt ein Feiertag auf einen Werktag und wird am Feiertag normalerweise ohnehin nicht gearbeitet, gilt:
    Der/die ArbeitnehmerIn erhält kein zusätzliches Entgelt; das laufende Feiertagsentgelt ist mit der pauschalen Ersatzrate (80/85/90%) bereits abgegolten.
  2. Wird im Betrieb hingegen an Feiertagen normalerweise gearbeitet (z.B. Gastgewerbe), gilt:
    Der/die ArbeitnehmerIn muss wie an anderen Werktagen (eventuell verkürzt) arbeiten und erhält dafür für die tatsächlich geleisteten Stunden zusätzlich ein Feiertags-Arbeitsentgelt.
    Ob dieses Feiertagsarbeits-Entgelt bereits in Ihrer garantierten monatlichen Ersatzrate bereits enthalten ist oder vom Arbeitgeber zusätzlich auszubezahlen ist, hängt von einigen Faktoren ab. Gerne beraten wir Sie hierzu persönlich.
Wie sind Feiertage in der Kurzarbeit zu beurteilen?

Wenn Sie eine Arbeitsstelle in einem Verein haben, können Sie Kurzarbeit vereinbaren. Ansprechpartner ist für den Geschäftsführer des Vereins die Wirtschaftskammer, für die ArbeitnehmerInnen und den Betriebsrat hingegen die zuständige Gewerkschaft.

Können Vereine Kurzarbeit einführen? Wer ist Ihr Ansprechpartner?

In diesem Fall wird die Kurzarbeit beendet. Erklären Sie sich weiterhin arbeitsbereit und melden Sie sich unverzüglich bei der AK.

Was passiert, wenn mein Arbeitgeber während der Kurzarbeit insolvent wird?

Grundsätzlich sollte die Kurzarbeit nur für ganze Betriebe bzw. zumindest abgrenzbare Betriebsteile eingeführt werden. Nach Angaben des AMS ist eine Förderung aber auch möglich, wenn nachträglich einzelne ArbeitnehmerInnen in die Kurzarbeit aufgenommen werden.

Nicht möglich ist es, die Kurzarbeit für einzelne ArbeitnehmerInnen vorzeitig zu beenden.

Die Weigerung einzelner ArbeitnehmerInnen der Kurzarbeitsvereinbarung zuzustimmen, kann das Zustandekommen der Kurzarbeit für die übrigen Beschäftigten aber nicht verhindern.

Kann der Arbeitgeber die Kurzarbeit für einzelne ArbeitnehmerInnen einführen/beenden?

Mit 1.7.2021 trat die Kurzarbeit in eine fünfte Phase.

Auf Grund der laufenden Öffnungsschritte und der zunehmenden Ankurbelung der Wirtschaft war eine Anpassung des bestehenden, großzügigen Kurzarbeitsmodells notwendig.

Bis 31.03.2022 standen daher zwei unterschiedliche Modelle zur Verfügung, die sich im grundsätzlichen Ablauf aus Sicht der Beschäftigten kaum von der bekannten „Corona-Kurzarbeit“ unterscheiden.

Während das bisherige, großzügige Kurzarbeitsmodell zwischen 01.07.2021 und 31.03.2022 nur mehr jenen Betrieben zu Gute kam, die von der Krise ganz besonders betroffen waren, führt das neue Standard-Modell zu etwas erschwerten Zugangsbedingungen und einer geringeren Förderhöhe für Betriebe.

Alle Kurzarbeitsprojekte, die ab 1. April 2022 beginnen oder fortgeführt werden, unterliegen einheitlich dem neuen, adaptierten „Standard-Modell“.

Wir haben für Sie die zwei Modelle zum Überblick gegenübergestellt:

 Standard Kurzarbeitsmodell mit geringerer FörderhöheCorona-Kurzarbeit für von der Krise besonders betroffene Branchen
Förderung für den ArbeitgeberBisherige Förderhöhe wird um 15% reduziert. Der Arbeitgeber trägt damit einen Teil zur Finanzierung der Kurzarbeit bei.Bisherige Förderhöhe bleibt unverändert aufrecht 
GeltungsdauerVorläufig bis 30.Juni 2022Bis 31. März 2022
Mindestarbeitszeit50 % Mindestarbeitszeit
in der gesamten Phase (nicht pro Monat!)
30 % Mindestarbeitszeit in der gesamten Phase (nicht pro Monat!). Kann in begründeten Fällen (z.B. Lockdown) zusätzlich unterschritten werden.

Möglich fürAlle Betriebe, die die üblichen Voraussetzungen erfüllen.Jene Betriebe, die im 3. Quartal 2020 gegenüber dem 3. Quartal 2019 einen Umsatzrückgang von zumindest 50 % verzeichnet haben bzw. die von Lockdowns und Betretungsverboten unmittelbar betroffen sind.
Entgelt für ArbeitnehmerInnenDie bisherigen Ersatzraten für die Beschäftigten bleiben unverändert
(90 % / 85 % / 80 %)
UrlaubsverbrauchNeu: Beträgt der Kurzarbeitszeitraum mehr als 1 Monat, Urlaubsabbau von jedenfalls 1 Woche; bei mehr als 3 Kurzarbeitsmonaten 2 Wochen, bei mehr als 5 Kurzarbeitsmonaten 3 Wochen.
AntragstellungFür Betriebe, die schon in Phase 4 in Kurzarbeit waren, gilt bisheriger Zugang; für neue Betriebe gilt ab Antragstellung eine Frist von 3 Wochen, in der sie Beratungen mit AMS und Sozialpartnern absolvieren müssen.
Achtung: Die verpflichtenden Beratungen wurden von 22.11.2021 bis 31.01.2022 ausgesetzt. Es galt ein vereinfachtes Bewilligungsverfahren und die Möglichkeit einer rückwirkenden Antragstellung (vier Wochen).
Überblick: Kurzarbeit Phase 5


Download:
Hier finden Sie die Sozialpartnervereinbarungen für die Kurzarbeits-Phase 5 zum ausfüllen, sowie die Bundesrichtlinie.



Thumbnail des Videos: Eine aufgezogene Spritze neben einer Impfampulle
© Adobe Stock – Daniel Chetroni

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