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Schutz im Betrieb

Stand: 18.11.2020

Auch im Betrieb gilt: Halten Sie Abstand! Das ist die wichtigste Maßnahme, damit Sie sich und andere vor einer Ansteckung mit dem Corona-Virus schützen.

Ein Mund-Nasen-Schutz (MNS) muss aktuell in jedem öffentlichen geschlossenen Raum getragen werden, ausdrücklich auch in Kundenbereichen von Betrieben und allen Massenbeförderungsmitteln (Öffis). Kann am Arbeitsort der Mindestabstand von einem Meter nicht eingehalten werden, muss ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden – außer es gibt andere geeignet Schutzmaßmaßnahmen wie Plexiglaswände.

Besteht in Ihrem Betrieb auf Grund dieser Bestimmungen eine Maskenpflicht, muss Ihnen der Arbeitgeber diese kostenlos zur Verfügung stellen. In allen anderen Fällen müssen sich ArbeitnehmerInnen und Arbeitgeber über das Tragen von Schutzmasken im Betrieb einigen

Seit 7.11.2020 gelten Gesichtsvisiere nicht mehr als Mund-Nasen-Schutz.

Tipp: Weitere Infos des Sozialministeriums zum richtigen Gebrauch des Mund-Nasen-Schutzesfinden Sie hier.

Muss ich einen Mund-Nasen-Schutz tragen?

Für diese Bereiche gibt es wegen des besonderen Risikos eigene Vorschriften. Für Alten- und Pflegeheime sowie für „bettenführende“ (also für den stationären Aufenthalt eingerichtete) Krankenanstalten und Kuranstalten gilt: Der Arbeitgeber darf ArbeitnehmerInnen nur in den Betrieb lassen, wenn sie einmal pro Woche auf das Coronavirus getestet werden (PCR- oder Antigen-Test) und der Test negativ ist. Bei einem positiven Testergebnis kann der Arbeitgeber ArbeitnehmerInnen dennoch arbeiten lassen, wenn diese

  • seit mindestens 48 Stunden symptomfrei sind und
  • laut medizinischem Laborbefund (insbesondere aufgrund eines CT-Wertes über 30) keine Ansteckungsgefahr mehr besteht.

In Alten- und Pflegeheimen müssen ArbeitnehmerInnen durchgehend einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

In Behindertenheimen müssen ArbeitnehmerInnen ebenfalls einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

In Krankenanstalten, Kuranstalten und sonstigen Gesundheitsdienstleistungen müssen ArbeitnehmerInnen bei Kontakt mit PatientInnen und BesucherInnen einen Mund-Nasen-Schutz tragen, wenn keine Schutzvorrichtung zur räumlichen Trennung besteht (z. B. Plexiglaswand).

Je nach Tätigkeit kann in all diesen Bereichen auch eine Schutzausrüstung für den Eigenschutz, z. B. eine Atemschutzmaske oder Handschuhe, erforderlich sein.

Was gilt für Alten-, Pflege- und Behindertenheime, Krankenanstalten, Kuranstalten und sonstige Gesundheitsdienstleistungen?

Das Arbeiten mit Mund-Nasen-Schutz über den ganzen Arbeitstag ist belastend, umso mehr wenn die Arbeit auch sonst schon körperlich anstrengend ist. Zum Ausgleich sind regelmäßige Pausen vom Tragen der Masken sinnvoll. Sei es auch durch einen Wechsel zu Tätigkeiten, bei denen keine Maske getragen werden muss. Solche Maskenpausen sind sehr empfehlenswert, aber gesetzlich leider nicht vorgeschrieben.

Die AK und die Gewerkschaften fordern eine gesetzliche Maskenpause für alle, die den ganzen Tag mit Maske arbeiten müssen!

Gibt es ein Recht auf Maskenpausen?

Eine Ausnahme von der MNS-Pflicht besteht für Personen, denen das Tragen aus gesundheitlichen Gründen nicht zugemutet werden kann. Dies ist durch eine ärztliche Bestätigung nachzuweisen. Sie dürfen stattdessen auch eine nicht enganliegende Schutzvorrichtung tragen, die Mund- und Nasenbereich vollständig abdeckt (Gesichtsvisier). Wenn auch das gesundheitlich nicht möglich ist, muss gar kein Schutz  getragen werden.

Die ärztliche Bestätigung ist auf Verlangen im Kundenbereich von Geschäften, an Arbeitsorten oder in Verkehrsmitteln vorzuweisen.

Was gilt, wenn der Mund-Nasen-Schutz aus gesundheitlichen Gründen nicht getragen werden kann?

Derzeit soll die Arbeit vorzugsweise außerhalb des Betriebes erfolgen, sofern dies möglich ist und sich Arbeitgeber und ArbeitnehmerIn darauf einigen. Homeoffice wird also dringend empfohlen, es ist aber wie bisher eine Vereinbarung notwendig.

Ansonsten muss ihr Arbeitgeber Maßnahmen treffen, um das Risiko, sich am Arbeitsplatz mit dem Corona-Virus anzustecken, möglichst weit zu senken. So braucht es Maßnahmen rund um Lüften, Hygiene, Abstandhalten. Sie hängen von der speziellen Situation am Arbeitsplatz ab.   Möglich sind technische Schutzmaßnahmen wie Trennwände oder das Neu-Einstellen der Lüftungsanlage. Oder die Arbeit wird neu organisiert, z. B. durch Einteilen von fixen Teams im Schichtbetrieb . Vor allem im Gesundheits- und Pflegebereich kann auch zusätzlich eine Schutzausrüstung notwendig sein.

Berufliche Zusammenkünfte wie Sitzungen, sollen derzeit entweder aufgeschoben werden oder digital stattfinden. Ist beides nicht möglich, muss währenddessen der Mindestabstand eingehalten werden und ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden.

Mehr Infos zu Schutzmaßnahmen finden Sie auf den Internetseiten der Arbeitsinspektion.

Gibt es bei Ihnen im Betrieb einen Betriebsrat, muss dieser beim Festlegen der Maßnahmen eingebunden werden.

SpezialistInnen für Arbeitsmedizin oder die Sicherheitsfachkraft können bei Fragen zu Schutzmaßnahmen im Betrieb mit ihrem Fachwissen unterstützen.

Welche Schutzmaßnahmen muss der Arbeitgeber für mich treffen?

Derzeit gibt es nur für Alten- und Pflegeheime sowie für „bettenführende“ (für den stationären Aufenthalt eingerichtete) Krankenanstalten und Kuranstalten eigene Rechtsvorschriften, die diese Frage ausdrücklich regeln: Der Arbeitgeber darf ArbeitnehmerInnen nur in den Betrieb lassen, wenn sie einmal pro Woche auf das Coronavirus getestet werden (PCR- oder Antigen-Test) und der Test negativ ist. Bei einem positiven Testergebnis kann der Arbeitgeber ArbeitnehmerInnen dennoch arbeiten lassen, wenn diese

  • seit mindestens 48 Stunden symptomfrei sind und
  • laut medizinischem Laborbefund (insbesondere aufgrund eines CT-Wertes über 30) keine Ansteckungsgefahr mehr besteht.

In allen anderen Betrieben gilt: Der Arbeitgeber braucht für einen Corona-Test Ihre Zustimmung. Wenn Sie mit dem Test einverstanden sind, muss der Arbeitgeber die Kosten für den Test übernehmen.

Darf mein Arbeitgeber einen Corona-Test von mir verlangen?

Arbeitsräume müssen regelmäßig gelüftet werden. Das kann durch eine richtig eingestellte Lüftungs- oder Klimaanlage oder durch regelmäßiges Öffnen der Fenster erfolgen. Das gilt umso mehr für Räume, die von mehreren Personen benützt werden.

Ihr Arbeitgeber muss dafür sorgen, dass die Räume regelmäßig gereinigt werden. Oberflächen, die oft angegriffen werden, wie z. B. Türklinken müssen regelmäßig gründlich gereinigt werden. Gegenstände wie Werkzeuge, die von mehreren Personen benützt werden, müssen vor dem Gebrauch durch andere gereinigt werden.

Sie müssen sich regelmäßig die Hände gründlich mit Seife waschen können. Seife reicht, ein Desinfektionsmittel ist bei gründlicher Reinigung nicht notwendig.

Können Sie sich an Ihrem Arbeitsplatz nicht regelmäßig die Hände waschen, wie z. B. im Außendienst, muss Ihr Betrieb Ihnen ein Handdesinfektionsmittel zur Verfügung stellen.

Achtung: Gegen das Corona-Virus schützen nicht alle Desinfektionsmittel. Verlassen kann man sich auf Produkte, auf denen steht, dass sie gegen „behüllte Viren“ oder „(begrenzt) viruzid“ wirksam sind. Bei häufigem Benutzen von Desinfektionsmittel sollte auf die passende Hautpflege geachtet werden.

Was muss ich in Sachen Lüften, Hygiene und Desinfektionsmittel beachten?

Bei beruflicher Tätigkeit ist ein Mindestabstand von einem Meter vorgeschrieben.

Wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann, muss verpflichtend ein Mund- Nasen-Schutz getragen werden oder Ihre Firma setzt andere Schutzmaßnahmen, um das Risiko für Sie möglichst klein zu halten. Das kann z. B. eine Plexiglaswand sein.

Ein Meter Abstand ist das gesetzliche Minimum. Zur Sicherheit sollte der Abstand größer sein. Die Arbeitsinspektion empfiehlt im Handbuch COVID-19: „Wenn möglich kann für Arbeitsplätze auch ein größerer Abstand von zwei bis drei Metern vorgesehen werden.“

Ihr Arbeitgeber muss dafür sorgen, dass Sie den geforderten Mindestabstand zu anderen Menschen einhalten können. Dazu können Änderungen in Arbeitsräumen nötig sein (z. B. Trennwände, Bodenmarkierungen). Oder die Arbeit muss vielleicht anders organisiert werden, damit weniger Personen gleichzeitig in einem Raum sind Z. B. im Pausenraum durch zeitlich gestaffelte Arbeitspausen. Sind sie beruflich in einem Fahrzeug des Arbeitgebers unterwegs, muss auch dort der Mindestabstand von einem Meter zu anderen eingehalten werden. Ist das nicht möglich, muss ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Oder es besteht Schutz, weil z. B. die Fahrerkabine durch Plexiglas abgetrennt ist.

Was gilt zum Abstand bei der Arbeit?

Bei bestimmten Tätigkeiten kann eine Schutzausrüstung notwendig sein, vor allem, wenn Sie im Gesundheitsbereich arbeiten. Das können spezielle Atemschutzmasken (FFP2 oder FFP3), Schutzhandschuhe, Schutzbrillen etc. sein. Ob Ihr Arbeitgeber Ihnen eine Schutzausrüstung zur Verfügung stellen muss, hängt davon ab, ob es im Betrieb oder bei Ihrer Tätigkeit eine erhöhte Ansteckungsgefahr gibt und entsprechende Rechtsvorschriften das Tragen von Schutzmasken vorschreiben. Zur Auswahl und Benutzung von erforderlicher Schutzausrüstung kann sich der Arbeitgeber mit SpezialistInnen z. B. für Arbeitsmedizin beraten.

Wenn Sie eine Schutzausrüstung tragen müssen, müssen Sie eingeschult werden, wie Sie sie richtig benützen. Bei falscher Benützung können Sie nämlich erst recht eine Ansteckung riskieren.

Was gilt für Schutzausrüstung im Betrieb?

FAQs zu Risikogruppen

Seit 06.05.2020 gilt ein neues Bundesgesetz, das gemeinsam mit einer dazugehörigen Verordnung des Gesundheitsministers jene Vorerkrankungen definiert, die – aus medizinischer Sicht – vor einer Infektion mit COVID-19 ganz besonders zu schützen sind.

Diese Liste findet sich in § 2 der COVID-19-Risikogruppe-Verordnung. Sie ist jedoch nicht abschließend: Der behandelnde Arzt kann auf Grund seiner Expertise auch dann die Zugehörigkeit zur Risikogruppe attestieren, wenn Sie an ähnlich schweren Erkrankungen mit funktionellen oder körperlichen Einschränkungen leiden oder litten.

Achtung: Das zuständige Ministerium hat die Möglichkeit der Freistellung für Risikogruppen bis 31.12.2020 verlängert!

Arbeiterkammer und Gewerkschaften haben sich für eine Verbesserung der gesetzlichen Regelung zum Schutz für Risikogruppen eingesetzt. Gemeinsam mit Sozialpartnern und Ärztekammer konnte eine rasche und unbürokratische Lösung für alle Betroffenen gefunden werden.

Diese Lösung wurde in eine gesetzliche Bestimmung gegossen und ist am 06.05.2020 in Kraft getreten.

Klargestellt wurde nunmehr, dass es sich bei der betroffenen Gruppe der „Risikopersonen“ um Menschen handelt, die sehr schwere Vorerkrankungen haben und wissenschaftlich belegt besonders gefährdet sind. Es sind österreichweit ca. 90.000 Menschen im arbeitsfähigen Alter betroffen. Die Lösung gilt nun auch für alle Beschäftigten – auch für jene, die etwa in versorgungskritischen Bereichen arbeiten. Siehe Risikogruppen-Verordnung.

Wenn Sie also etwa an einer fortgeschrittenen chronischen Lungen- Nieren- oder Lebererkrankung leiden, eine aktive Krebserkrankung mit einer innerhalb der letzten 6 Monate erfolgten Chemo- oder Strahlentherapie haben oder innerhalb der letzten zwei Jahre eine Knochenmarktransplantation hatten, können Sie im Zusammenhang mit einer Ansteckung mit dem Corona-Virus besonders gefährdet sein.

Die betroffenen Personen werden vom Dachverband der Sozialversicherungsträger mit einem Brief informiert, dass sie insbesondere auf Grund ihrer Medikamenteneinnahme möglicherweise zur Risikogruppe zählen.

Diese Personen können dann mit dem Informationsschreiben (auf freiwilliger Basis) ihren Arzt aufsuchen, der die konkrete Gesundheitsgefährdung prüft und auf Grundlage der medizinischen Erkenntnisse zum Corona-Virus für die betroffene Person ein offizielles „COVID-19-Risikoattest“ ausstellen kann.

Auf diesem Attest steht nur, dass Sie zur Risikogruppe gehören, aber nicht, welche Krankheit Sie haben. Es dient insbesondere zur Vorlage an den Arbeitgeber.

Auch ohne Informationsschreiben der Sozialversicherung ist für ArbeitnehmerInnen, geringfügig Beschäftigte und Lehrlinge die Ausstellung eines „COVID-19-Risikoattests“ möglich, wenn eine Infektion einen schweren Krankheitsverlauf annehmen lässt.

Gehöre ich mit meiner Krankheit zur Risikogruppe?

Die Definition dieser allgemeinen Risikogruppe wird nach medizinischen Erkenntnissen vorgenommenbesonders die Einnahme bestimmter Medikamente, spielt dabei eine Rolle.

Dabei kommt es nicht auf die allgemeine Beurteilung des eigenen Gesundheitszustands an, sondern auf das konkrete Risiko, in Verbindung mit dem SARS-CoV-2 Virus besondere Komplikationen befürchten zu müssen.

Erfasst werden vor allem Fälle, in denen schon die Grunderkrankungen zu Komplikationen führen, zB eine schwere Immunschwäche, schweres Diabetes oder eine schwere Herz- oder Lungenkrankheit. Erkrankungen wie Diabetes und Bluthochdruck allein stellen nach Angaben von GesundheitsexpertInnen kein erhöhtes Risiko dar.

Die genauen Kriterien wurden in einer Verordnung des Gesundheitsministers auf Empfehlung einer ExpertInnengruppe festgelegt.

Ärztinnen und Ärzte haben zudem von der Ärztekammer eine entsprechende Checkliste erhalten, die ihnen die Feststellung der Risikogruppen-Zugehörigkeit erleichtern soll.

Wer definiert Risikogruppe?

Die Verordnung des Gesundheitsministers regelt die Definition der allgemeinen COVID-19-Risikogruppe.

COVID-19-Risiko-Atteste dürfen grundsätzlich nur auf Grundlage der in der Verordnung geregelten medizinischen Indikationen ausgestellt werden. Diese medizinischen Indikationen sind in der Verordnung aufgezählt.

Es gibt aber eine Auffangbestimmung:

Abgesehen von den in der Verordnung genannten medizinischen Indikationen ist die Ausstellung eines COVID-19-Risiko-Attests auch dann zulässig, wenn sonstige schwere Erkrankungen vorliegen, die einen ebenso schweren Krankheitsverlauf von COVID-19 annehmen lassen. Dies ist von dem/der das COVID-19-Risiko-Attest ausstellenden Arzt/Ärztin in seinen/ihren Aufzeichnungen entsprechend zu begründen und zu dokumentieren.

Welche Erkrankungen führen zu einer Zuordnung zur Risikogruppe?

Das Gesetz vom 06.05.2020 sieht die Möglichkeit vor, auch ohne eine entsprechende Information des Dachverbandes beim behandelnden Arzt ein „Covid-19 Risikoattest“ zu beantragen.

Die Information des Dachverbandes muss also nicht abgewartet werden. Sie ist grundsätzlich eine Empfehlung; die endgültige Entscheidung liegt jedoch stets bei Ihrem Arzt.

Das bedeutet: auch, wenn Ihre konkrete Erkrankung nicht zu einem Informationsschreiben führt, darf Ihr Arzt in vergleichbar schweren Risikofällen ein COVID-19-Risikoattest ausstellen.

Wie kann ich klären, ob ich zur Corona-Risikogruppe gehöre, wenn ich (noch) keine schriftliche Information bekommen habe?

Das Gesetz legt fest, dass der behandelnde Arzt für die Beurteilung Ihrer Risikosituation vom Krankenversicherungsträger ein Honorar von EUR 50,- erhält und zwar unabhängig davon, ob er Ihnen im Anschluss ein Attest ausstellt oder nicht. Gleichzeitig legt das Gesetz fest, dass Sie als PatientIn nichts bezahlen müssen, solange Sie im Zusammenhang mit dem Risikoattest nur einen behandelnden Arzt aufgesucht haben.

Muss ich für die Ausstellung eines Risikoattests etwas bezahlen?

Ja, auch das ist nun im Gesetz ausdrücklich vorgesehen.

Kann ich auch ein Attest bekommen, dass ich nicht zur Risikogruppe gehöre?

Nein. Eine gesetzliche Verpflichtung gibt es dazu nicht. Allerdings empfehlen wir gerade bei schweren Vorerkrankungen, bestimmte Schritte zu setzen – es dient dem Schutz Ihrer Gesundheit!

Ich habe ein COVID-19-Risikoattest erhalten. Muss ich meinen Arbeitgeber darüber informieren?

Nein. Anspruch auf Freistellung von der Arbeitsleistung und Fortzahlung des Entgelts habe ich nur, wenn ich die Arbeitsleistung nicht zu Hause erbringen kann (Homeoffice) und mein Dienstgeber die Arbeitsbedingungen im Betrieb (unter Beachtung des Arbeitsweges) nicht so gestalten kann, dass eine Ansteckung mit COVID-19 nahezu ausgeschlossen ist.

Bin ich automatisch freigestellt, wenn ich zur Risikogruppe gehöre?

Das ärztliche Attest, dass Sie zu zur COVID-19-Risikogruppe gehören, zeigen Sie Ihrem Arbeitgeber. Der muss prüfen, ob Sie Ihre Arbeit auch zu Hause machen können (Homeoffice).

Im Betrieb dürfen Sie nur weiterarbeiten, wenn Sie dabei bestmöglichen Schutz vor einer Ansteckung haben.
Wie das aussieht, kommt auf den Arbeitsplatz an: In Dienstleistungsbetrieben wäre etwa dafür zu sorgen, dass kein direkter Kundenkontakt besteht. Der Schutz vor einer Ansteckung durch KollegInnen kann bestmöglich erreicht werden, wenn Sie alleine in einem Raum arbeiten. Überall dort, wo Sie sich im Betrieb bewegen, muss die Hygiene sichergestellt sein. Wo Sie kurzfristig KollegInnen begegnen könnten, muss ein Sicherheitsabstand zu diesen KollegInnen oder ansonsten ein Schutz durch effektive Schutzmasken garantiert sein. Das Ansteckungsrisiko auf Ihrem Arbeitsweg ist ebenfalls zu berücksichtigen.
Zur Gestaltung der konkreten Schutzmaßnahmen können Ihr Arbeitgeber und auch Sie auf die Beratung des/der ArbeitsmedizinerIn zurückgreifen, der/die das Unternehmen betreut. Bei Gefahr von unzureichenden Schutzmaßnahmen wenden Sie sich an Betriebsrat, Arbeiterkammer, Fachgewerkschaft oder das Arbeitsinspektorat.

Wenn Sie weder von zu Hause, noch im Betrieb weiterarbeiten können, muss Ihr Arbeitgeber Sie von der Arbeit freistellen. Sie müssen nicht weiter zur Arbeit kommen, werden aber ganz normal weiterbezahlt. Ihr Arbeitgeber kann sich die entstandenen Personalkosten von der Krankenkasse zurückholen. Diese Freistellung ist aktuell nach einer Verlängerung durch das zuständige Ministerium bis längstens 31.12.2020 möglich. Je nachdem, wie sich die Corona-Situation entwickelt, können die zuständigen Ministerien diese Maßnahmen noch verlängern.

Welchen Schutz kann ich von meinem Arbeitgeber verlangen, wenn ich durch eine Vorerkrankung zur Corona-Risikogruppe gehöre?

Das Gesetz beinhaltet einen Kündigungsschutz für Risikopersonen, die auf Grund einer notwendigen Dienstfreistellung, die sich aus dem Covid-19-Risiko-Attest ergibt, von ihrem Arbeitgeber einfach gekündigt werden. Eine solche Kündigung kann bei Gericht angefochten werden.

Zusätzlich ist ein möglicher Kündigungsschutz nach dem Behinderteneinstellungsgesetz denkbar, wenn der eigenen Erkrankung Behinderungswert im Sinne des § 3 Behinderteneinstellungsgesetz zukommt. Gerne beraten wir Sie dazu! 

Was passiert, wenn mich mein Arbeitgeber kündigt, weil ich zur Corona-Risikogruppe gehöre?

Wenn Sie derzeit im Krankenstand sind, können Sie, solange Arbeitsunfähigkeit weiter vorliegt, im Krankenstand bleiben.

Sobald Sie wieder arbeitsfähig werden, aber möglicherweise einer Risikogruppe angehören kann ab 6.5.2020 von dem/der behandelnden ÄrztIn bei Vorliegen der Voraussetzungen ein COVID-19-Risikoattest ausgestellt werden.

Ich bin im Krankenstand. Was mache ich bis ich ein Infoschreiben oder Attest bekomme?

Sind Sie von Ihrem Arbeitgeber bereits auf Grund eines anderen ärztlichen Attests freigestellt, empfehlen wir, dieses Attest ab 06.05.2020 zu erneuern und ein COVID-19-Risikoattest zu beantragen.

Das COVID-19-Risikoattest kann nicht rückwirkend ausgestellt werden. Freistellungen, die von Ihrem Arbeitgeber zuvor aus seiner Fürsorgepflicht heraus ausgesprochen wurden, können in Folge nicht rückwirkend als Urlaub oder Zeitausgleich gewertet werden.

Selbst wenn Ihr behandelnder Arzt feststellt, dass Sie nicht zur offiziellen COVID-19-Risikogruppe dazugehören, kann Ihr Arbeitgeber die Zeit Ihrer bisherigen bezahlten Dienstfreistellung nicht rückwirkend als Urlaub oder Zeitausgleich werten!

Ich war schon bisher von meinem Arbeitgeber freigestellt. Benötige ich ein neues Attest?

Leider sieht die neue gesetzliche Regelung keinen Schutz für Personen vor, die mit gefährdeten Angehörigen zusammenleben. Die Ausstellung eines „COVID-19-Risikoattest“ ist nur für DienstnehmerInnen und Lehrlinge möglich.

Sollten Ihre Angehörigen (zB Kinder, PartnerInnen), die im gemeinsamen Haushalt leben womöglich auch der Corona-Risikogruppe angehören, informieren Sie sich bitte unbedingt beim behandelnden Arzt/Ärztin.

Ein „normales“ ärztliches Attest, das bestätigt, dass Erkrankungen vorliegen, die einen schweren Krankheitsverlauf von COVID-19 annehmen lassen, kann trotzdem ausgestellt werden.

Wenn Sie mit Ihrem Arbeitgeber /Ihrer Arbeitgeberin keine Lösung im Einvernehmen erzielen können, wenden Sie sich bitte an die Arbeiterkammer oder Ihre Gewerkschaft. Wir sind dafür sehr dankbar, Sie helfen uns in unserer interessenpolitischen Arbeit. Wir können dadurch Forderungen gegenüber der Bundesregierung besser und konkreter formulieren.

Gilt die Freistellung auch, wenn ich mit einem Angehörigen im gleichen Haushalt wohne, der zur Risikogruppe gehört?

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